Thema des Tages

08-11-2026 13:20


Wetter aktuell

Die neue Wetterwoche: Aus grau wird nass



Sehr ruhig und weitestgehend trocken zeigte sich dank dem
umfangreichen Hoch KLAUS die Witterung über Deutschland in den
vergangenen Tagen. Mit Blick auf die neue Woche tut sich jedoch etwas
am Horizont, sodass für viele gilt: Aus grau wird nass!



Das aktuelle Wettergeschehen ist nicht gerade von großer Abwechslung
geprägt - sieht man von der spannenden Frage nach der potentiellen
Nebelauflösung einmal ab - denn das noch immer wetterbestimmende Hoch
Klaus wurde von der Berliner Wetterkarte bereits am 29. Oktober
getauft und schloss sich fast nahtlos an Hoch JURIJ an.
Draußen auf dem Atlantik tut sich aber einiges in Form des
großräumigen Tiefs PIA, dessen frontale Grüße bis nach Deutschland
reichen werden, bevor weitere, eher kleinräumige Tiefs mitmischen
dürften.
Am heutigen Sonntag passiert bei einem verbreiteten Mix aus Sonne,
Wolken, Nebel und Hochnebel wenig bis nichts, und mit Höchstwerten
grob zwischen 5 und 13 Grad ist auch temperaturtechnisch kein großer
Sprung zu erwarten.
Am morgigen Montag startet dann die angesprochene, mehrstufige
Wetterumstellung zunächst im Süden. Dort kommen im Südschwarzwald,
später auch bis zum Allgäu, Regenfälle auf, welche sich im Verlauf
noch intensivieren und eine kleine Dauerregenlage bis weit in den
Dienstag hinein einläuten. Wie der Berechnung des deutschen
ICON-EU-Modells zu entnehmen ist, fallen lokal durchaus 35 bis 50
l/qm innerhalb von 24h bis Dienstagmittag, punktuell und mit etwas
Stau sind am südlichen Schwarzwald sogar geringfügig höhere Mengen
nicht ausgeschlossen, die das europäische EZ-Modell jedoch nicht
sieht. Aber auch dieses stützt die markante Dauerregenlage, sodass
morgen mit entsprechenden Warnungen gerechnet werden muss. Ansonsten
gibt es am Montag nur ein paar meist leichte Niederschläge bevorzugt
im Osten und vom Westen bis zur Mitte kommt bei Höchstwerten von
round about 10 Grad auch die Sonne raus.
Zum Dienstag zieht wie angesprochen der erste Schwung Regen langsam
aus dem Süden ab. Über der Nordhälfte gilt es abermals dem dichten
Nebel beim Auflösen oder Nicht-Auflösen zu zusehen. Entsprechend
bleibt es mit Höchstwerten von nur 4 bis 5 Grad im Osten und sonst 6
bis 8 Grad wieder kühl, lediglich im Südwesten sind mit Abzug des
Regens über 10 Grad möglich.
Mehr Spannung ist dann (wieder) ab Mittwoch zu erwarten: Von Westen
und Südwesten kommend gibt es frisches Nass, das sich sogar bis in
die Nordhälfte ausbreitet. Vor allem in einem breiten Streifen über
der Landesmitte könnte es sich im Verlauf so richtig einregnen, sind
hier doch zwischen 15 und 30 l/qm bis Donnerstag durchaus denkbar.
Gleichzeitig sickert von Norden kühlere Luft subpolaren Ursprungs
ein, während in den Südwesten milde Subtropikluft vorstoßen kann.
Folglich baut sich ab Mittwoch ein starker Temperaturgegensatz auf,
der 4 bis 6 Grad im Norden und bis zu 17, vielleicht sogar 18 Grad im
Südwesten nach sich ziehen wird.
Auch am Donnerstag ändert sich daran wenig bis nichts, wobei die
Luftmassengrenze als eine zunächst schleifende (sprich kaum ziehende)
Kaltfront langsam in die Südhälfte gedrückt wird. Rückseitig kühlt es
im Norden und der Mitte ordentlich aus, sodass ab der Nacht zum
Freitag Frost ein verbreitetes Thema wird.
Am Freitag sollte nach dem doch recht einheitlichen Willen sämtlicher
Wettermodelle die Kaltfront über dem äußersten Süden ankommen, wo
noch unklar ist, ob es ggf. bis in mittlere Lagen für Schnee reicht.
Die deutsche ICON-Kette ist diesem Szenario durchaus nicht abgeneigt,
externe Modelle wie das EZ-Modell sehen Schnee jedoch nur in hohen
Lagen der Alpen und möglicherweise im Bayerischen Wald. Hier muss
noch geklärt werden, wie schnell die Kaltfront durchschwenkt und wann
dahinter die Kaltluft folgt.
"Richtiges" Winterwetter ist aber abseits dieser kleinen und noch
unsicheren Episode bei wieder steigendem Luftdruck auf Sicht (noch)
nicht zu erwarten.


M.Sc.-Met. Oliver Reuter

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.11.2026

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