DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
03-11-2026 08:30
SXEU31 DWAV 030810
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 03.11.2026 um 08 UTC
Schlagzeile:
Ruhiges Hochdruckwetter mit der üblichen Grenzschichtproblematik, aber
weitgehend ohne markante Wettererscheinungen. Lediglich in einigen Höhenlagen
steife bis stürmische Böen möglich.
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: NEa
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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Dienstag, den 03.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am heutigen Dienstag befindet sich Deutschland an der Südostflanke des
umfangreichen blockierenden Hochdruckgebietes "KLAUS", dessen Schwerpunkt (etwa
1040 hPa) sich langsam vom Norden Schottlands zur südlichen Norwegischen See
verlagert. Ausgehend vom korrespondierenden Höhenrücken bzw. der
Höhenantizyklone schwenkt im Tagesverlauf ein breiter Höhenkeil über
Südskandinavien zur südlichen Ostsee. Flankiert wird dieser von einem Richtung
Nordost-/Osteuropa vorstoßenden Höhentrog und einem Höhentiefkomplex, der von
der Iberischen Halbinsel bzw. Südfrankreich bis zum Balkan reicht. An dessen
Nordflanke sind gestern und in der vergangenen Nacht mehrere, in die
nordöstliche Höhenströmung eingebettete kleinräumige Cut-Off-Tiefs bzw.
Randtröge über das Vorhersagegebiet hinweg westsüdwestwärts geschwenkt. Vor
allem über der Nordwesthälfte des Landes konnte auch etwas dynamische Hebung
wirksam werden, wodurch die dort quasistationäre Kaltfront eines inzwischen ins
Nordpolarmeer abgezogenen Tiefs vorübergehend aktiviert wurde und leichte
Regenfälle brachte. Inzwischen hat sich diese Front weitgehend aufgelöst; übrig
geblieben ist allerdings eine "Feuchteschliere" mit einer aktuell noch bis ca.
700 hPa hochreichend nahezu feuchtegesättigten Luftmasse, aus der es auch heute
tagsüber trotz durch Absinken beginnendem Abtrocknungsprozess "von oben" immer
mal wieder ein wenig regnen oder nieseln kann. Aktuell vor allem im Bereich der
Ostfriesischen Inseln, später dann am ehesten noch in Schleswig-Holstein und in
Vorpommern. Nennenswerte Mengen kommen aber nicht zusammen.
Mit Ausweiten des Bodenhochs Richtung Südskandinavien und südliche Ostsee und
vor allem im Nordosten etwas auffrischendem Nordostwind wird diese "Schliere" im
Tagesverlauf in ihrem Ostteil etwas nach Süden gedrückt, während nach Westen zu
und südlich des Feuchtebandes die Wolken stärker auflockern. Vor allem vom
westlichen und südlichen Niedersachsen bzw. nördlichen NRW bis nach
Sachsen-Anhalt und vielleicht auch noch nach Brandenburg dürfte sich somit im
Tagesverlauf häufiger die Sonne zeigen.
Weiter südlich hat sich - wohl auch unterstützt durch die bereits weiter oben
angesprochenen schwachen Hebungsprozesse - quasi flächendeckend kompakter
Hochnebel ausgebreitet. An der Höhe der Absinkinversion (in ca. 800 hPa) wird
sich erst einmal nur wenig ändern, so dass es in den meisten Regionen wohl noch
längere Zeit, teilweise sogar ganztägig bedeckt bzw. (im Bergland) neblig trüb
bleiben dürfte. Chancen auf etwas Sonne bestehen am ehesten im Lee einiger
Mittelgebirge, vor allem also im Westen. Dazu weht vor allem in höheren Lagen
teils recht lebhafter Nordost- bis Ostwind, auf einigen Gipfeln und Kuppen kann
es steife Böen (Bft 7) geben, auf den Schwarzwaldgipfeln eventuell auch
stürmische Böen (Bft 8).
Böig aus Nordost weht der Wind auch an der Nordsee, dort reicht es aber wohl nur
maximal für starke Böen (Bft 6).
Am mildesten wird es heute mit 10 bis 12 Grad im Nordwesten sowie mit etwas
Sonne im äußersten Westen und Südwesten. Ansonsten liegen die Maxima zwischen 5
und 10 Grad, in den höher gelegenen Hochnebelgebieten Süddeutschlands sowie im
Bergland auch unter 5 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch bleiben Höhenantizyklone und Bodenhoch quasistationär,
wobei sich der über Nordostdeutschland nach Polen gerichtete Bodenhochkeil etwas
verstärkt. An dessen Südflanke kommt die "Feuchteschliere" ein wenig weiter nach
Süden und auch nach Westen voran, so dass es in weiten Teilen der Norddeutschen
Tiefebene und in der Osthälfte bis zu den östlichen und zentralen Mittelgebirgen
überwiegend stark bewölkt bis bedeckt bleibt. Lediglich in Schleswig-Holstein
und in Vorpommern lockern die Wolken von Nordosten zeitweise auf. Insgesamt wird
die Absinkinversion im Bereich dieser Feuchteschliere aber etwas nach unten, bis
auf ca. 800 hPa, gedrückt.
Auch weiter südlich macht sich das Absinken bemerkbar (Absinkinversion strebt
der 900 hPa entgegen), und somit steigen die Chancen auf größere Wolkenlücken
vor allem auch südöstlich der zentralen und westlichen Mittelgebirge, also vom
südlichen NRW bis nach Franken bzw. zur Oberpfalz. Dort, wo es länger
aufgelockert bewölkt bleibt, kann es leichten Frost geben, stellenweise auch
dichten Nebel, ansonsten bleibt es aber, abgesehen von den Höhenlagen, die sich
knapp unterhalb der Inversion befinden, überwiegend frostfrei.
Nach wie vor kann es in einigen Gipfellagen, auch getriggert durch Low Level
Jets, steife bis stürmische Böen geben. Im Fokus steht nun aber eher der
Bayerische Wald und nicht mehr so der Schwarzwald.
Potentielle Warnelemente:
In einigen Gipfellagen (Schwarzwald, kommende Nacht eher Bayerischer Wald) kann
es steife bis stürmische Böen aus Ost bis Nordost geben.
Ansonsten steht die Grenzschichtproblematik im Fokus. Dort, wo es länger
aufgeht, ist leichter Frost möglich und stellenweise auch warnrelevanter Nebel.
Modellvergleich:
Unsicherheiten beschränken sich auf Details und sind kaum wetter- und
warnrelevant.
Konsistenz:
Aus Sicht der Konsistenz gibt es keine wesentlichen Abweichungen.
Mittwoch, den 04.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Mittwoch verstärkt sich der von der nach wie vor quasistationären
Höhenantizyklone ausgehende Höhenkeil über dem Nordosten Deutschlands bzw. Polen
und weitet sich bis zum nördlichen Balkan aus. Der Höhentrogkomplex weiter
südlich zieht sich dadurch als Höhentief nach Südwesteuropa zurück. An der Lage
des sich kaum abschwächenden und ebenfalls nach Südosten ausweitenden Bodenhochs
ändert sich dagegen nur wenig.
Somit bleibt die Grenzschicht im Fokus der Prognoseaktivität. Nach wie vor lässt
sich die Schliere mit der etwas feuchteren Luftmasse ausmachen, die aus der
ehemaligen Front resultiert. Sie kommt über der Mitte des Landes nur wenig nach
Süden voran, verliert aber durch das beständige Absinken langsam an Mächtigkeit
und mit dem Entrainment trockenerer Luftmassen kann es dort auch größere Lücken
geben. Dennoch bleibt es wohl vor allem von Südbrandenburg/Sachsen bis nach
Thüringen und Nord- bzw. Mittelhessen oft stark bewölkt.
In den übrigen Regionen dürfte sich die Hochnebeldecke häufiger auflösen als am
Vortag, da auch dort die Grenzschicht an Mächtigkeit einbüßt. Vor allem im Lee
der Mittelgebirge scheint auch länger die Sonne. Dagegen bleibt es am ehesten
vom Bodensee/Oberschwaben bis ins nördliche Alpenvorland wohl ganztägig trüb.
Dort werden kaum 5 Grad erreicht, sonst liegen die Höchstwerte meist zwischen 6
und 10 Grad, an den Küsten sowie mit Sonne an einigen Mittelgebirgshängen auch
darüber. In einigen Hochlagen kann es weiterhin steife Böen aus Ost bis Nordost
geben, stürmische Böen dürften die Ausnahme bleiben.
Potentielle Warnelemente:
Der Wind weht vor allem im höheren Bergland teils frisch mit steifen Böen (Bft
7) auf einigen Gipfeln. Für stürmische Böen reicht es nur selten, am ehesten
exponiert im Bayerischen Wald.
In der Nacht zum Donnerstag nimmt die Neigung zu leichtem Frost und
warnrelevantem Nebel etwas zu.
Modellvergleich:
Nichts Relevantes.
Konsistenz:
Nichts Relevantes.
Donnerstag, den 05.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Auch am Donnerstag ändert sich an der Gemengelage nur wenig. Die
Höhenantizyklone wird langsam abgebaut, reicht aber auch in der Nacht zum
Freitag nach wie vor als breiter, zunehmend meridional ausgerichteter Rücken vom
Nordmeer bzw. Seegebiet zwischen Island und Schottland über Mitteleuropa bis in
den zentralen Mittelmeerraum mit Schwerpunkt über der nördlichen Nordsee. Das
Bodenhoch schwächt sich ein wenig ab, bleibt aber quasistationär. Bodennah dreht
die Strömung im Vorhersagegebiet mehr auf Ost, so dass trockenere Festlandsluft
advehiert wird, zudem schrumpft die Grenzschicht weiter auf teilweise deutlich
unter 900 hPa.
Somit lösen sich Nebel und Hochnebel vielerorts auf. Lediglich an den Nord- bzw.
Osthängen einiger Mittelgebirge bleibt es trüb, auch von Oberschwaben bzw. vom
Hochrhein bis ins Alpenvorland hält sich eventuell ganztägig Nebel bzw.
Hochnebel. Etwas dichtere Bewölkung zieht im Tagesverlauf von Norden her vor
allem Richtung schleswig-holsteinische bzw. vorpommersche Ostseeküste; diese
gehört zu einer Kaltfront, die über Nordosteuropa südwärts nach Weißrussland
bzw. Nordpolen zieht.
Am Temperaturniveau ändert sich tagsüber nur wenig. In den Nebelregionen
Süddeutschlands werden die 5 Grad kaum erreicht, sonst liegen die Maxima
zwischen 6 und 10 Grad, mit Sonne vor allem im Lee einiger Mittelgebirge auch
darüber.
In der Nacht zum Freitag bleibt es vielerorts länger klar, so dass die Neigung
zu dichtem Nebel weiter zunimmt. In den Nordosten und Norden ziehen von
Nordosten her allerdings dichtere Wolkenfelder, es bleibt aber trocken. Bei
länger klarem Himmel gibt es häufig leichten Frost.
Potentielle Warnelemente:
Donnerstag tagsüber und auch in der Nacht zum Freitag weht zwar in einigen
Höhenlagen weiterhin lebhafter Ostwind, der erreicht aber meist nur Bft 7 und
ist somit voraussichtlich nicht warnrelevant.
In der Nacht zum Freitag gibt es bei klarem Himmel vielerorts leichten Frost bis
-3 Grad, gebietsweise bildet sich auch dichter warnrelevanter Bodennebel.
Modellvergleich:
Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung sehr ähnlich.
Konsistenz:
Die Konsistenz zu den Vorläufen des IFS ist sehr gut.
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Fazit:
Über die gesamte Kurzfrist dominiert ruhiges Hochdruckwetter mit der üblichen
Grenzschichtproblematik, Vor allem heute und am Mittwoch kann es in einigen
Höhenlagen - auch getriggert durch nächtliche Low Level Jets - steife, exponiert
stürmische Böen aus Ost bis Nordost geben.
Die Neigung zu Frost und Nebel unter 150 m Sichtweite steigt vor allem in der
Nacht zum Freitag an.