DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

26-10-2026 10:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 26.10.2026 um 10.30 UTC



Von schwachen Störungen abgesehen ruhiges Hochdruckwetter, allerdings mit
zunehmender Hochnebelneigung. Bei längerem Sonnenschein mild.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 02.11.2026


Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am kommenden Donnerstag sorgt ein
ausgedehnter Rücken über Westeuropa und dem nahen Ostatlantik für ein starkes
Blocking. Seine Achse erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über
Großbritannien bis nach Island. Mitteleuropa liegt dabei ziemlich zentral unter
dem dazugehörigen Bodenhoch. Der Norden wird noch von einer schwachen Front
gestreift, sodass dort die Wolken dominieren und auch etwas Regen ostwärts
durchzieht. Im Süden herrscht hingegen ruhiges Hochdruckwetter, wobei sich der
Nebel und Hochnebel nur zögerlich, teils auch gar nicht auflöst. Am längsten
soll die Sonne im Südwesten, im Alpenvorland sowie im Westen scheinen.

Am Freitag verlagert sich der Rücken in seinem Nordteil etwas nach Osten zur
Norwegischen See. Er bremst aber weiterhin atlantische Tiefs aus, die vergebens
gegen den Rücken anlaufen. Über Mitteleuropa bleibt uns das Bodenhoch erhalten.
Über dem Baltikum tropft aus einem eigentlich schon abgezogenen Trog ein
Höhentief ab. Durch die dadurch leicht zyklonale Höhenströmung gestaltet sich im
Osten Deutschlands das Wetter gebietsweise leicht unbeständig mit einer gewissen
Schauerneigung, während nach Westen und Süden zu das Hochdruckwetter mit Nebel,
Hochnebel und - wo dieser sich tagsüber auflöst - auch Sonnenschein andauert.
Die Temperaturen liegen meist im zweistelligen Bereich, nur bei ganztägigem
Hochnebel über Teilen Bayerns darunter.

Auch am Samstag ändert sich nicht viel am ruhigen und fast störungsfreien
Wetter. Fast, weil das Höhentief im Osten und Südosten vereinzelt etwas Regen
bringen könnte. Ansonsten liegt Deutschland weiter unter Hochdruckeinfluss. Der
Rücken kommt noch etwas weiter bis nach Skandinavien, Westeuropa und das
westliche Mitteleuropa voran. Das Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt zwar
nach Skandinavien, doch ist bei nur sehr geringen Druckunterschieden auch über
Deutschland und Frankreich das Hoch wetterbestimmend. Somit hält das
Nebel-Hochnebel-Sonne-Spiel an, wobei der (Hoch-)Nebel von Tag zu Tag mehr und
die sonnigen Fenster weniger werden.

Am Sonntag wird der Rücken in seinem Nordteil über Skandinavien von einem
hereinziehenden Höhentief abgehobelt. Das Bodenhoch verlagert sich nach Finnland
und den Nordwesten Russlands. Ein zum Höhentief gehöriges schwaches Bodentief
erreicht die Westküste Norwegens und sein schwaches okkludiertes Frontensystem
greift auf den Nordwesten Deutschlands mit etwas Regen über. Weiter westlich
wölbt sich allerdings schon ein neuer kräftiger Rücken auf. Ein ebenso sich
verstärkendes Hoch erreicht Großbritannien und mausert sich womöglich sogar zu
einer 1040er-Antizyklone.

Am Montag kräftigt sich dieser Rücken sogar noch und dehnt sich weiter nach
Norden aus. Das Bodenhoch verbleibt über Großbritannien. An der Ostflanke
rutscht allerdings laut dem heutigen IFS-Lauf das Höhentief von Skandinavien in
die Nordhälfte Deutschlands. Auch im Bodendruckfeld ist eine deutliche
Eindellung der 1030er-Isobare zu erkennen, um ein abgeschlossenes Tief handelt
es sich allerdings nicht (mehr). Trotzdem könnte das Tief für etwas
unbeständigeres Wetter mit gebietsweisen Niederschlägen sorgen. Ob das aber so
kommt, ist noch sehr unsicher, da Höhentiefs ja bekanntlich schwer vorherzusagen
sind, zumal bei einer 7-Tage-Prognose.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist ist die Konsistenz als gut einzustufen. Unsicherheit
bringt in den folgenden Tagen ab Freitag vor allem der Trog östlich von uns in
die Vorhersage. Es ist noch unsicher, wo und wie der Trog abtropft. Die
Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland sind allerdings begrenzt. Ab Sonntag
wird dann die Vorhersage unsicher. Die Geopotentialverteilung wird ab diesem
Zeitpunkt noch sehr unsicher eingeschätzt. Ob sich nachfolgend der neue Rücken
über dem Ostatlantik aufwölbt, wo dann das Bodenhoch liegt, ob der Rücken durch
Kaltlufttropfen gestört wird - das sind Fragen, die aus heutiger Sicht noch
nicht beantwortet werden können.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Donnerstag und Freitag sind sich die Modelle noch sehr ähnlich. Am Samstag
schlägt vor allem GFS eine andere Richtung ein. Während bei IFS und GFS der
Rücken im Osten durch den Trog bzw. ein Höhentief flankiert wird, dehnt sich bei
GFS der Rücken bis nach Osteuropa aus und seine Achse ist eher zonal orientiert.
Am Sonntag schwenkt bei GFS ein Trog über Deutschland mit einer eingelagerten
Front hinweg, während sich frontale Niederschläge bei ICON und IFS nur auf den
Nordwesten beschränken. Das neue Hoch über Großbritannien ab Montag haben dann
wieder alle Modelle im Angebot. Aber auch dies ist noch nicht in trockenen
Tüchern, wie die beschriebene IFS-Konsistenz zeigt.

FAZIT:
Die Mittelfrist ist geprägt von geringen Luftruckgegensätzen am Boden und einem
Hoch, das von Mitteleuropa über Skandinavien nach Nordwestrussland zieht.
Ruhiges Hochdruckwetter ist die Folge, wobei die Nebel- und Hochnebelneigung von
Tag zu Tag zunimmt. Zu Beginn der kommenden Woche wölbt sich über dem nahen
Ostatlantik voraussichtlich ein neuer Rücken auf und ein kräftiges Bodenhoch
etabliert sich nach aktuellen Prognosen über Großbritannien. Ein paar Störungen
sind dennoch dabei, nämlich eine schwache Front im Norden am Donnerstag,
leichter Einfluss durch den Trog/Höhentief im Osten am Freitag/Samstag und eine
schwache Front am Sonntag im Nordwesten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für Offenbach sind nur am Donnerstag noch eng gebündelt, laufen
anschließend bei der 850hPa-Temperatur ab Freitag und beim Geopotential ab
Samstag deutlich auseinander. Ursächlich ist hierfür hauptsächlich die noch
unsichere Situation mit dem Trog/Höhentief östlich von Deutschland. Die
Unsicherheiten nehmen im weiteren Verlauf zu, wobei die überwiegende Anzahl an
Member bei einem hohen Geopotential bleiben. Einzelne Member schlagen auf eine
Troglage um, auf die auch die einzelnen Ausschläge bei den Niederschlägen
zurückzuführen sind. Dennoch steht uns mit recht hoher Wahrscheinlichkeit
trockenes und von Hochdruck geprägtes Wetter bis in die erweiterte Mittelfrist
hinein bevor.

Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t_120h-168h drei Cluster, die durch
die Bank eine Fortsetzung der Blockierung zeigen. Unsicherheiten gibt es v.a.
bezüglich des abtropfenden Trogs über dem östlichen Mittel-, Ost- und
Südosteuropa.

In der erweiterten Mittelfrist (t_192h-240h) sind sich die nur noch zwei Cluster
einig, dass das Blocking in die Verlängerung geht.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Aufgrund des überwiegend ruhigen Hochdruckwetters ist nicht mit signifikanten
Wettererscheinungen zu rechnen. Warnungen beschränken sich auf Nebel und evtl.
auf örtlichen leichten Frost.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel