Thema des Tages
21-10-2026 13:20
Wetter aktuell
Wer hatte Recht?
Wir haben am Sonntag auf die großen Modellunterschiede in der
Vorhersage für den gestrigen Dienstag hingewiesen. Heute schauen wir,
wer Recht hatte oder zumindest nah dran war.
Die Vorhersage für den gestrigen Dienstag gestaltete sich am
Wochenende recht schwierig. Grund dafür war die unterschiedliche
Simulation eines Tiefdruckgebietes in höheren Luftschichten. Die
Berechnung dieser sogenannten Kaltlufttropfen stellt meistens eine
Schwierigkeit dar, die sich erst kurz vor dem tatsächlichen Zeitpunkt
auflöst.
So war es auch dieses Mal. Im Thema des Tages vom Sonntag können Sie
nachlesen, wie die Wettermodelle des Deutschen Wetterdienstes (ICON),
der USA (GFS) und vom Europäischen Zentrum für mittelfristige
Wettervorhersage (IFS) die Lage des Höhentiefs am Dienstag
prognostizierten und welches Wetter daraus resultieren sollte.
Gestern waren sich die Modelle dann einig: Das Tief zog von Polen her
nach Deutschland?
?verlagerte sich bis zum frühen Nachmittag westwärts etwa auf eine
Höhe mit Hamburg?
?und zog anschließend nordwärts nach Dänemark.
Entsprechend gestaltete sich das Wetter. Zwar waren die Wolken im
Osten dicht und die Sonne tat sich schwer, der Niederschlag lief aber
dem Nordrand des Höhentiefs voraus. Im Ergebnis blieben weite Teile
des Ostens weitgehend trocken, wohingegen der Nordosten und Norden
etwas Regen sahen.
Rückblickend betrachtet waren also ICON und GFS mit ihrer Prognose
vom Sonntag zumindest im Osten Deutschlands näher an der Realität als
IFS. Wenn man sich die Vorhersage für den Südwesten des Landes
ansieht, dann war aber IFS näher dran, denn es gab im Süden längere
Zeit dichten Nebel und Hochnebel, der weder von ICON noch von GFS
simuliert wurde. Dafür waren beide Modelle der Meinung, der Westen
und Nordwesten würde bereits am Mittag/Nachmittag unter dichten
Wolken verschwinden, was sich tatsächlich bis in den Abend zog.
Es ist also wie so oft: Die Mischung machts. Kein Wettermodell hat
immer Recht und manchmal lässt sich eine verlässliche Prognose erst
kurz vor knapp erstellen.
Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst