DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
14-10-2026 11:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 14.10.2026 um 10.30 UTC
Anfangs zyklonaler Kaltluftvorstoß, rasch von Südosten/Osten wieder milder und
überwiegend Hochdruckeinfluss.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 21.10.2026
Zu Beginn der Mittelfrist liegt eine Kaltfront quer über Deutschland von Südwest
nach Nordost und schwenkt bis zum Abend in den Südosten des Landes. In der Höhe
folgt ein Trog nach, der sich über Dänemark abzuschnüren beginnt und dessen
Achse nach Frankreich zeigt. Über den Britischen Inseln liegt ein kräftiges
Hoch, das durch einen ausgeprägten Keil in der Höhe gestützt wird. Präfrontal
liegt die Temperatur in 850 hPa an den Alpen bei 10 Grad, postfrontal sinkt sie
auf 3 bis -1 Grad. An den Küsten frischt der Nord- bis Nordostwind stark auf.
Am Sonntag tropft der Trog über Frankreich als Kaltlufttropfen ab; ein
sekundärer Kaltlufttropfen über der Nordsee wird rasch in den
Hauptkaltlufttropfen assimiliert (Hinweis: ICON und GFS simulieren dies anders).
Der Keil über den Britischen Inseln weitet sich nach Skandinavien aus, und das
Hoch wandert ebenfalls dorthin. Ein Randtrog südlich des Hochs schwenkt bis zum
Abend zur westlichen Ostsee. Vorderseitig des Kaltlufttropfens über Frankreich
wird die Kaltfront über Süddeutschland rückläufig, und es setzt
Warmluftadvektion über dem Süden und Osten ein. Bis zum Abend erwärmt sich die
Luft in 850 hPa dort auf 5 bis 10 Grad.
Am Montag verstärkt sich das Hoch über Skandinavien und verlagert sich kaum
noch. Zwischen dem Kaltlufttropfen über Frankreich, später über der Biskaya, und
einem Tiefkomplex über dem Schwarzen Meer nimmt die großräumige Struktur eine
Omega-Form an. Mit der östlichen Strömung wird trockene und allmählich kältere
Festlandsluft nach Deutschland geführt. In 850 hPa reicht die Temperaturspanne
von 8 Grad im Osten bis zu 13 Grad im Südwesten des Landes.
Am Dienstag wandern Höhen- und Bodenhoch zum Baltikum. In den Süden und die
Mitte des Landes gelangen etwas feuchtere Luftmassen aus dem Tiefdruckkomplex
über Rumänien. Über Westeuropa stellt sich eine Trogvorderseite des mehr und
mehr an die Frontalzone Anschluss findenden Kaltlufttropfens über dem
Ostatlantik ein. Am Boden bildet sich über dem Ostatlantik ein Tief. Die
Temperatur in 850 hPa liegt meist knapp unter der 10-Grad-Marke.
Am Mittwoch wandern Höhen- und Bodenhoch noch etwas nach Nordosten und verlieren
zunehmend an Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Der Kaltlufttropfen aus dem
Osten zieht nach Ostdeutschland, ohne allerdings für signifikantes Wetter zu
sorgen. Das Tief über dem Ostatlantik zieht ins Seegebiet nordwestlich von
Irland. Vorderseitig lenkt es einen Ausläufer in den Südwesten Deutschlands. In
850 hPa sinkt die Temperatur im Tagesverlauf auf Werte um 0 Grad.
In der erweiterten Mittelfrist wird der Kaltlufttropfen über Ostdeutschland in
die großräumige Zirkulation eines Langwellentroges über Nordwesteuropa
eingebunden und nach Norden geführt. Deutschland gerät auf die Vorderseite des
Troges, wobei der Osten und Südosten des Landes im Einflussbereich eines Hochs
über Westrussland liegen und nur die Nordwesthälfte von Randtrögen gestreift
wird. Nebel und Hochnebel spielen im Osten und Süden dann eine entscheidende
Rolle für den Wettercharakter. Im Süden kommt es zumindest im 850-hPa-Niveau zu
einer Erwärmung auf Werte um 8 Grad. Am Boden entscheidet aber die Auflösung der
bodennahen feucht-kalten Grundschicht über die Temperatur.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist stößt mit sehr guter Konsistenz zu den Vorläufen ein
Trog nach Deutschland und Frankreich vor. Eine Kaltfront schwenkt über
Deutschland südostwärts zu den Alpen, bevor sie rückläufig wird. In der Folge
tropft der Trog sehr ähnlich wie in den Vorläufen nach Frankreich ab. Über
Skandinavien bildet sich eine kräftige Antizyklone sowohl am Boden (>1040 hPa)
als auch in der Höhe. Von Ost- bis Westeuropa etabliert sich eine Ostströmung.
Der Kaltlufttropfen zieht zur Biskaya. Deutschland liegt unter einem Keil des
Skandinavienhochs. Das Feuchteband eines Tiefdruckkomplexes über Südosteuropa
kann am Dienstag abgeschwächt den Südosten Deutschlands erreichen. Die
Konsistenz ist selbst am Dienstag noch gut. Am Mittwoch wandert das Hoch
allmählich Richtung Baltikum, womit die Strömung über Mitteleuropa auf Südost
kippt. In den Vorläufen blieb die Ostströmung erhalten. Die Unterschiede sind
für die zeitliche Entfernung aber gering.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Modelle zeigen ebenfalls die großräumige Umstellung der Wetterlage
zu einer markanten Antizyklone über Skandinavien. Unterschiedlich wird das
Abtropfen des Troges zu Beginn der Mittelfrist simuliert. GFS und ICON lassen
diesen in zwei Teile abtropfen. Der nördlichere Teil über oder nahe der Nordsee
würde insbesondere nach ICON das Wetter noch länger beeinflussen, bevor auch
dort eine Ostverlagerung stattfindet.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Nach einem Minimum der Temperatur in 850 hPa und des Geopotenzials in 500 hPa
zeigt eine deutliche Mehrheit der Member einen Anstieg. Der Hauptlauf liegt in
dieser Memberschar.
Umgekehrt verhält es sich beim Niederschlag. Dieser hat am Wochenende ein
Maximum, bevor es für die ersten Tage der neuen Woche kaum Niederschlagssignale
gibt. Ab Mittwoch werden sie wieder zahlreicher, aber ein eindeutiges Signal
gibt es nicht. Große Mengen zeigt kein Ensemblemitglied.
Die Ensembles von GFS zeigen ein sehr ähnliches Bild.
CLUSTERUNG:
Am Wochenende gibt es drei etwa gleich große Cluster, die alle dem Regime
"Blocking" angehören. Das Abtropfen des Troges bzw. der Brückenschluss nördlich
des Abtropfens wird leicht unterschiedlich simuliert.
Für den Zeitraum Montag bis Mittwoch gibt es fünf Cluster, die weiterhin alle
dem Regime "Blocking" angehören. Der Hauptlauf gehört dem Cluster 1 an. Zum Ende
des Zeitraums gibt es größere Unterschiede im Hinblick auf den Ort des
Höhenhochs; es gibt zwei Cluster, die ein Wandern nach Westen zu den Britischen
Inseln zeigen und nicht in Richtung Baltikum. Je nach Hochposition sind auch die
umgebenden Kaltlufttropfen und Tröge unterschiedlich konfiguriert.
Für den Zeitraum Donnerstag bis Samstag gibt es vier Cluster und fast
ausschließlich weiterhin das Regime "Blocking". Die Unterschiede nehmen zu. Die
Position des Höhenhochs reicht je nach Cluster von Ost- bzw. Nordosteuropa bis
zu den Britischen Inseln und dem Ostatlantik. Bis auf Cluster 3 (Trog Britische
Inseln) dominiert aber der Hochdruckeinfluss in Deutschland.
FAZIT:
Nach einem zyklonalen Beginn dominiert in der Mittelfrist der Hochdruckeinfluss.
Kaltlufttropfen sorgen zeitweise für Unsicherheit in der Prognose, jedoch nicht
für viel Niederschlag. Das Temperaturniveau liegt etwas über dem
jahreszeitlichen Mittel.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Niederschlag:
Der EFI zeigt geringe Signale für ein Niederschlagsereignis am Samstag über
Württemberg.
Das EPS zeigt geringe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 30 mm in 24 Stunden im
Südwesten Deutschlands.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen