DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
13-10-2026 10:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 13.10.2026 um 10.30 UTC
Anfangs nach Nebel freundlich, am Wochenende wechselhafter, im Norden teils
windig, im Süden teils mit längerem Regen. Zu Wochenbeginn langsame
Wetterberuhigung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 20.10.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag nähert sich von Westen ein Langwellentrog
mit korrespondierendem Boden- bzw. Wellentief im Bereich Südskandinavien, der
Hochkeil wird ostwärts abgedrängt und ein Frontensystem greift im späteren
Tagesverlauf von Nordwesten langsam auf Deutschland über. Vorderseitig wird mit
einer südwestlichen Strömung recht milde Luft mit einer 850 hPa-Temperatur von
meist 10 bis 14 Grad herangeführt. Nach Nebelauflösung startet der Tag zudem
sehr freundlich, die Bewölkung nimmt von Nordwesten im Laufe des Nachmittages
allmählich zu und abends setzt Regen ein. Die Tageshöchstwerte können zuvor auf
18 bis 20 Grad steigen. Frontrückseitig dreht der Wind auf Nordwest und der
Gradient nimmt zu, so dass der Wind insbesondere im Nordseeumfeld ab dem Abend
stark bis stürmisch auffrischen kann, im Nachtverlauf nimmt er auch an der
Ostseeküste und im exponierten Bergland (Brocken) zu. Der meist leichte Regen
erreicht nachts in etwa die mittleren Landesteile, im Südosten bleibt es noch
trocken und teils gering bewölkt mit neuerlicher Nebelbildung. In der Höhe folgt
rückseitig der Front spätabends/nachts der Trog und labilisiert mit
höhenkälterer Luft (um -25 Grad in 500 hPa) die Schichtung etwas, besonders im
Nordseeumfeld folgen daher voraussichtlich Schauer, vereinzelt kann auch ein
Gewitter nicht ausgeschlossen werden.
Am Samstag verlagert sich der Trog über Deutschland durch Streckung Richtung
Südwest und zunehmenden Abtropftendenzen nur wenig südostwärts. Die Front mit
zeitweiligem Niederschlag verlagert sich ebenfalls nur langsam zum Alpenraum.
Daher kann es über den südlichen Landesteilen voraussichtlich teils auch länger
regnen. In der Fläche sind dann im Süden/Südwesten erhöhte Regenmengen denkbar,
ob dabei Warnschwellen überschritten werden, ist noch unsicher. Im Nordosten
können sich Bewölkung und zeitweiligen Regen ebenfalls noch länger halten, da
sich auch dort das Wellentief (Wellenkopf) nur zögerlich ost-/nordostwärts
verlagert. Der Rest des Landes befindet sich postfrontal, aber eben noch meist
im Trogbereich, so dass bei wechselnder Bewölkung örtliche Schauer auftreten
können, im Nordseeumfeld kann ein vereinzeltes Gewitter nicht ausgeschlossen
werden. Von Nordwesten fließt eine zunehmend kühlere Luftmasse (um 0 Grad in 850
hPa) ein. Der Wind weht zunehmend aus nördlichen Richtungen, insbesondere im
Küstenumfeld, im Tagesverlauf vor allem im Ostseeumfeld muss weiterhin mit
starken bis stürmischen Böen, exponiert auch mal mit Sturmböen gerechnet werden.
Am Sonntag ist der Cut-off-Prozess beendet, das resultierende Höhentief
erstreckt sich von Frankreich über Benelux und den Westen Deutschlands. An der
Südostflanke dieses Höhentiefs liegt südlich der Alpen ein Tief. Die Front liegt
daher mit geringen Verlagerungstendenzen über Süddeutschland und dem Alpenraum,
durch eine bodennahe nördliche Strömung und einer südlichen Höhenströmung
vorderseitig des Höhentiefs entsteht eine Gegenstromlage, die zu weiteren,
anhaltenden und sich teils intensivierenden Niederschläge über dem Alpenraum und
auch im Süden Deutschlands führen. Der Schwerpunkt liegt nach aktuellem
Prognosestand eher im Alpenraum/alpensüdseitig, allerdings werden auch im
süddeutschen Raum etwas erhöhte Regenmengen erwartet. Flächige Überschreitungen
von Dauerregenschwellen (24- oder vielleicht eher 48-stündig seit Samstag) sind
möglich, aber noch unsicher. Im Rest des Landes macht sich zunächst ebenfalls
noch das Höhentief mit teils schauerartigen Niederschlägen bemerkbar, mit dessen
langsamer Verlagerung nach West/Südwest steigt aber von Norden/Nordosten langsam
der Druck und die Niederschlagswahrscheinlichkeit geht allmählich (eventuell
aber erst so richtig in der Nacht zum Montag) zurück. Der vor allem im Norden
zunehmend auf Nordost drehende Wind weht besonders an der Ostsee weiterhin stark
bis stürmisch, exponiert auch mit Sturmböen.
Am Montag verlagert sich das Höhentief über Westeuropa weiter westwärts und
verliert zunehmend seinen Einfluss auf unser Wettergeschehen. Mit einer auf
südliche Richtungen drehenden Höhenströmung gelangt wieder mildere Luft (meist 5
bis 10 Grad in 850 hPa) zu uns. Anfangs kann es im Süden/Südwesten, durch das
Höhentief umlaufende Kurzwellenanteile eventuell auch im Westen noch etwas
regnen. Von der Nordsee her steigt der Luftdruck im Tagesverlauf zunehmend, die
Hochdruckzone nördlich von uns bildet einen Schwerpunkt über der
Nordsee/Südskandinavien. Mit Verlagerung des Höhenhochs in Richtung
Nordmeer/Nordsee bildet sich eine omegaähnliche Lage aus. Damit dominiert
zunehmend Absinken, die Niederschläge klingen allgemein ab, die Bewölkung
lockert zunehmend auf, allerdings kann sich dann nachts gebietsweise Nebel
bilden.
Am Dienstag dominiert das Hoch mit Schwerpunkt über der Nordsee unser Wetter. Es
wird von einem Höhenhoch gestützt. Nach teils langsamer Nebelauflösung dominiert
meist freundliches und trockenes Wetter bei überwiegend schwachem, im Norden
mäßigem Wind aus östlichen Richtungen.
Für die erweiterte Mittelfrist deutet sich eine Omega-Lage mit einem Hoch im
Bereich Nordsee/Südskandinavien/nördliches Mitteleuropa an, deren genaue
Position bzw. Ausrichtung zwar noch unterschiedlich simuliert wird, Deutschland
im Wesentlichen aber unter antizyklonalem Einfluss mit störungsfreiem Wetter
liegt. Gegebenenfalls deuten sich gewisse Schwachstellen durch ein potenziell
recht nahes Höhentief über Osteuropa oder zumindest davon ausgehende,
kurzwellige Anteil an, die dieses Höhentief umlaufen und in unsere östlichen
Landeteile schleifen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag zeigt sich eine sehr gute Konsistenz der
vorliegenden IFS Modellläufe. Im Laufe des Wochenendes tropft der über
Deutschland liegende Trog Richtung West-/Südwesteuropa ab, dabei nehmen die
Differenzen hinsichtlich Timing und Position des Cut-off-Tiefs zu. Diese
Unsicherheiten in der Behandlung des abgetropften Höhentiefs setzten sich auch
zu Beginn der kommenden Woche fort, wahrscheinlich sind diese aber für
Deutschland nicht prognoserelevant.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Mit Blick auf andere Globalmodelle wie ICON und GFS zeigen sich im Laufe des
Wochenendes ebenfalls Timing- und Positionsunterschiede beim Abtropfprozess,
wobei ICON zunächst etwas flotter, GFS dagegen zögerlicher aufgestellt ist. ICON
dann aber im Laufe des Sonntages und zum Montag ein weiters Drehzentrum über
Benelux/Westdeutschland zeigt und somit die Umstellung zu antizyklonal geprägtem
Wetter ähnlich wie GFS verzögert darstellt.
Zum Ende der Mittelfrist bzw. im Übergang zur erweiterten Mittelfrist werden
aber ebenfalls weiterer Druckanstieg (und allgemeine Wetterberuhigung) im
Bereich einer sich bildenden Omegalage simuliert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Freitag 00 UTC bis
Samstag 00 UTC (+72 bis +96 h) fünf Cluster mit 16, 12, 10, 9 und 4 Membern,
Kontrolllauf in Cluster 1. Mit Ostverlagerung des Troge baut sich bei allen
Clustern rückseitig ein Blocking mit Keil über dem Atlantik auf und auch über
Ost-/Nordosteuropa befindet sich ein Keil. Die Annäherung des Troges wird vor
allem hinsichtlich des Timings unterschiedlich simuliert, vor allem in Cluster 4
und 5 deutlich langsamer (insg. 13 Member). Im Folgezeitraum von Sonntag 00 UTC
bis Dienstag 00 UTC (+120 bis +168 h) werden ebenfalls fünf Cluster (14, 12, 10,
9 und 6 Member) simuliert, mit dem Kontrolllauf in Cluster 2. Alle Cluster
werden dem Regime "Blocking" zugeordnet. Bei allen Clustern kräftigt sich die
Hochdruckzone über dem Ostatlantik und verlagert ihren Schwerpunkt mehr in
Richtung Nordsee/Südskandinavien, am wenigsten Ostverlagerung zeigt Cluster 5,
dort verbleibt das Höhenhoch bei den Britischen Inseln, das Cut-off-Tief ist
deutlicher südwestwärts gezogen (vor die Südspitze der Iberischen Halbinsel) und
ein weiteres Höhentief über dem östlichen Mitteleuropa/Osteuropa behält Einfluss
auf unser Wettergeschehen. Cluster 1 bis 3 verlagern das abgetropfte Höhentief
ähnlich dem deterministischen Lauf. Cluster 4 mit 9 Membern lässt das Höhentief
zwar auch ähnlich abtropfen, hat aber einen weiteren Abtropfprozess beim
Trogresiduum im Programm (etwas ähnlich den Lösungen von ICON und auch GFS), so
dass für weite Teile unseres Vorhersageraumes auch am Dienstag noch eine
Geopotenzialrinne bzw. das zweite Cut-off-Tief wetterbestimmend wären. Von
daher, ist die Umstellung zu antizyklonaler dominierter Witterung zu
Wochenbeginn hinsichtlich des Timings etwas unsicher. Auch für die erweiterte
Mittelfrist ab Mittwoch 00 UTC (+192 h) werden fünf Cluster mit 13, 12, 9, 9 und
8 Membern angeboten. Cluster 1 und 2 (inkl. Kontrolllauf) werden weiterhin dem
Regime "Blocking" zugeordnet, zeigen anfangs eine omegaähnliche Lage, im Verlauf
eher eine Hochzone nördlich von uns/High-over-low. Die anderen drei Cluster
werden überwiegend dem Regime "Atlantic Ridge" zugeordnet. Dabei zeigen
insbesondere Cluster 3 und 4 eher Trogdominanz über Ost- bzw. Mitteleuropa und
damit deutlich zyklonalere Strukturen für Deutschland (Cluster 3 vor allem im
Osten, Cluster 4 allgemein). Es bleibt also unsicher, wie nachhaltig eine
potenzielle Wetterberuhigung sein wird.
Die Rauchfahnen des IFS stützen diese Aussagen: Nach anfangs höherem
Geopotenzial Trogdurchgang bei leicht erhöhtem Spread im Laufe des Wochenendes
eventuell bis in den Wochenbeginn (Montag), nachfolgend bei allerdings weiter
zunehmendem Spread vor allem in der erweiterten Mittelfrist eher wieder
ansteigendes Geopotenzial. Dabei ist der Hauptlauf allerdings wohl mit am
optimistischsten hinsichtlich Antizyklonalität. Niederschlagspeak ist am
Wochenende, teils bis in den Montag, nachfolgend wieder deutlich zurückgehende
Niederschlagssignale. Die Temperaturen in 850 hPa gehen mit zunehmendem Spread
am Wochenende front-/trogrückseitig vorübergehend deutlich zurück (höherer
Spread, aber Mehrzahl der Member recht gut um 0 Grad in 850 hPa gruppiert),
nachfolgend auch hier wieder ein Anstieg unter recht großem Spread und mit
optimistischster Variante zu höherem Temperaturniveau im deterministischem Lauf.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Zusammenhang mit der Frontpassage von Nordwesten am Freitag/Samstag sowie
rückseitig am Sonntag kann der Wind mal aufleben, markante Böen sind
voraussichtlich aber nur im Küstenumfeld zu erwarten.
Im Nordseeumfeld am Freitag oder auch Samstag eventuell auch mal ein Gewitter
nicht ausgeschlossen.
Im Süden/Südwesten deuten sich mit Annäherung der Front an die Alpen und im Zuge
der verlangsamten Verlagerung durch den Abtropfprozess etwas erhöhte Regenmengen
für den Samstag und Sonntag an, ob dabei Dauerregenschwellen (24- oder
48-stündig) überschritten werden ist noch unsicher, aber durchaus gering
wahrscheinlich. Auch der EFI setzt hier leichte Signale und die EPS-Verfahren
zeigen geringe Wahrscheinlichkeiten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger