DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

12-10-2026 17:01
SXEU31 DWAV 121800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 12.10.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
An den Küsten morgen und in der Nacht zum Mittwoch vorübergehend windig.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... sind in den östlichen Landesteilen noch einige dichten Wolken
unterwegs, aus denen leichte Schauer auftreten. Diese resultieren aus einer
gewissen Restlabilität in den untersten Schichten bis 2 oder 2,5 km Höhe.
Ansonsten haben sich die Wolken durch Absinken und mit Hilfe des
Skandinavienföhns von S-H bis zur Lausitz weitgehend aufgelöst.
Damit starten wir auch in die Nacht zum Dienstag. Unter einer Hochdruckzone, die
vom Mittelmeerraum über Mitteleuropa nach Skandinavien reicht herrscht zunächst
Absinken und in der eingeflossenen kühlen Luftmasse gehen die Temperaturen
kräftig zurück.
Bei teils geringer Bewölkung und schwachem Wind ist im Süden und Osten
gebietsweise leichter Frost zu erwarten. Verbreitet gibt es Frost in Bodennähe.
Dazu bildet sich außer im Westen gebietsweise, teils dichter Nebel.
Die Hochdruckzone wird gestützt durch einen weit ins Nordmeer aufragenden
Höhenrücken. Dieser kommt über Westeuropa langsam näher und wird dabei von
Warmluftadvektion überlaufen, die im Zusammenhang steht mit der Warmfront eines
Nordmeertiefs. Morgen früh nähert sie sich der Westgrenze. Davor zieht im
Verlauf dichte Bewölkung in den westlichen Landesteilen auf, mit ein paar
Regentropfen ausgangs der Nacht zwischen Rheinland-Pfalz und Ostfriesland. Unter
den Wolken verläuft die Nacht viel milder.

Dazu frischt der Süd- bis Südostwind im Nordwesten auf mit einzelnen steifen
Böen über der Deutschen Bucht und auf den vorgelagerten Inseln.

Dienstag ... zonalisiert die Strömung vom Nordatlantik bis in die Nordsee und
Skandinavien. Unser Höhenkeil wandert langsam über uns nach Osten, liegt abends
aber immer noch über SE-Deutschland. Auf seiner Rückseite dreht die
Höhenströmung nach West und die Ausläufer eines über dem Nordmeer nach Norden
eindrehenden Sturmtiefs greifen von Westen auf Deutschland über. Da sie in die
Flanke des Höhenrückens hineinlaufen, sind sie nicht übermäßig wetteraktiv.

Im Wesentlichen aus Warmluftadvektion, nach Nordwesten hin auch aus
Vorticityadvektion vor einer markanten Kurzwelle resultiert Hebung. Diese führt
von Westen her zu dichteren Wolken und leichten Regenfällen, die sich über uns
nach Osten ausbreiten. Zum Abend kommt die Bewölkung auch an der Ostgrenze und
über Niederbayern an. Inwieweit dann Regen daraus fällt ist unsicher. Auch sonst
ist es mit dem Regen nicht weit her. Aus genannten Gründen sind nur ein paar
Tropfen bis wenige mm zu erwarten.

Der sich abschwächende Hochdruckeinfluss hat vor allem im Osten und Südosten
längeren Sonnenschein zur Folge, sofern sich die Nebelfelder aufgelöst haben.
Auf den Nordwesten greift abends die nachfolgende Kaltfront mit dem Höhentrog im
Gepäck über. Gestützt durch die diabatische Energiezufuhr über der Nordsee
können von der Nordsee über Nordfriesland bis in den Norden Schleswig-Holstein
einzelne Gewitter auftreten, die auch mit stürmischen Böen und Graupel verbunden
sein können.
Die Tiefausläufer sind mit einem Bodentrog verbunden, der in der Regel keine
markante Gradientverschärfung mit sich bringt.
Der Süd- bis Südwestwind frischt vor allem an und über der Nordsee sowie
exponiert im Bergland auf, es langt dort lediglich für steife bis stürmische
Böen 7 bis 8 Bft. Abends dreht der Wind über der Nordsee mit der KF Passage auf
West.

In der Nacht zum Mittwoch zieht das abschwächende und rasch okkludierende
Frontensystem über Deutschland nach Südosten und bringt oft starke Bewölkung und
gebietsweise leichten Regen oder Nieselregen.
Im Norden lockert die Bewölkung im Verlauf der Nacht wieder auf.

Der auf West drehende Wind frischt vorübergehend auch an der Ostsee auf mit
steifen bis stürmischen Böen, exponiert sind an der Nordsee Sturmböen 9 Bft
nicht ausgeschlossen.
In der zweiten Nachthälfte lässt der Wind dann an den Küsten von Westen her
wieder nach, weil sich das nächste Hochdruckgebiet über Frankreich nach
Deutschland vorschiebt. Sollte es auflockern, sind teils dichte Nebelfelder,
besonders in den westlichen Landesteilen möglich.

An der Vorderseite des Hochs dreht die Strömung nach Nordwest und es stellt sich
am Alpenrand eine Staulage ein, die kräftigere Regenfälle auslöst. Dort sehen
vor allem die ICON-Schiene und UKMO Mengen zwischen 10 und 20 l/qm als möglich
an.


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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... baut sich über Mitteleuropa ein neues Hochdruckgebiet auf mit mehr
als 1030 hPa. Restfeuchte der Tiefausläufer äußert sich im Südosten noch mit
zunächst dichter Bewölkung, die Regenfälle klingen aber tagsüber auch am
Ostalpenrand ab. Tagsüber herrscht nach Nebel in der Regel ruhiges und
warnfreies Wetter.
Nur an den Küsten weht noch ein lebhafter westlicher Wind mit steifen Böen, die
sich im Tagesverlauf auf die Ostseeküste zurückziehen. In der recht milden
Luftmasse sind im Südwesten mit Einstrahlung stellenweise um 20°C möglich.
In der Nacht zum Donnerstag bildet sich über der Mitte und dem Süden recht
verbreitet, teils dichter Nebel. Frostgefahr besteht kaum.

Mehr zum Thema in den Frühübersichten von heute und den nächsten Tagen.


Modellvergleich und -einschätzung
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Es gibt keine großen Unterschiede.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner