DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
29-09-2026 17:01
SXEU31 DWAV 291800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 29.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Am Donnerstag in der Westhälfte teils kräftige Regenfälle. Örtlich Starkregen
und Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
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Aktuell ... liegt der September 2026 in den letzten Zügen mit ungewöhnlich hohen
Temperaturen. Heute Nachmittag wurden an einigen Stationen im Westen und
Südwesten wieder fast 30°C gemessen. Mit einigen Ausnahmen im Südosten und
Norden gab es verbreitet einen Sommertag mit Maxima über 25°C.
Das liegt an einer südlichen Strömung vor einem Langwellentrog über dem Atlantik
und hohem Druck über Nord- und Osteuropa, mit der subtropische Warmluft nach
Deutschland gelangt.
Unter Hochdruckeinfluss schien meist die Sonne durch hohe und mittelhohe Wolken,
die durch die Warmluftadvektion ausgelöst wurden.
Daran ändert sich nachts nicht viel. Gebietsweise ziehen lockere Wolken durch,
besonders im Süden klart es auf. Die Nebelneigung bleibt gering, vor allem im
Südosten sind aber ein paar flache Nebelfelder möglich. Die Tiefsttemperaturen
sind sehr unterschiedlich. Im Westen und Nordwesten bleibt es sehr mild mit 19
bis 12°C, im östlichen Bayern sind lokal auch 2 oder 3°C morgen früh möglich.
Auch durch die weit unten liegende Inversion kann es große
Temperaturunterschiede zwischen kalten Tal- oder Muldenlagen und Berg- bzw.
Hanglagen geben, die dann viel milder sind.
Über dem Atlantik kommt es dabei zu einer starken Sturmentwicklung, wobei der
Sturm morgens im Kern ca. 950 hPa aufweise soll und westlich von Irland nach
Norden zieht. Das betrifft uns insofern, als dass dessen Kaltfront auf
Westeuropa übergreift und davor der Gradient über Mitteleuropa leicht zulegt.
Der Südostwind nimmt demnach ganz im Norden, vor allem an den Küsten, aber auch
im östlichen Bergland etwas zu und an der See sind Bft 6 bis 7 in Böen möglich,
im Erzgebirge in exponierten Kammlagen 7 bis 8 Bft. Für Beides werden aber keine
Warnungen nötig.
Mittwoch ... ändert sich an der Hochrandlage und der warmen südlichen Strömung
erstmal nicht viel. Der Sturm nähert Island mit vorübergehend etwas unter 950
hPa Kerndruck. Die Kaltfront erreicht schleifend im Tagesverlauf Benelux und NE
Frankreich.
Präfrontal ziehen zunächst nur dünne Wolken durch, die der Sonne Platz lassen
und keinen Niederschlag bringen. Das Temperaturniveau zeigt keine sonderliche
Bewegung. Über der Mitte, dem Westen und Südwesten gibt es verbreitet einen
Sommertag mit fast 30°C in der Spitze, vereinzelt im Westen. Ansonsten werden im
Nordosten und Osten, die 25°C meist nicht erreicht, was unter anderem daran
liegt, dass aus dem Osteuropahoch eine mehr ganz so warme Luft ausströmt.
Während der Südost- bis Ostwind in den Kammlagen des Erzgebirges eher wieder auf
dem Rückzug ist, weht er an der Ostsee weiter sehr lebhaft mit exponierten 6 bis
7 Bft in Böen.
Mit Annäherung der Kaltfront werden die Wolken abends im Westen kompakter und es
erste Schauer möglich.
In der Nacht zum Donnerstag wird mit der Kaltfront, die auf Westdeutschland
übergreift, zunächst mal eine deutliche feuchtere (bis 40 mm PPW) und potentiell
instabile Luft herangeführt. Vor allem von der Nordsee bis Rheinland-Pfalz kommt
aus Westen schauerartiger Regen auf, eingelagert mit Schauern oder vereinzelten
Gewittern. Dabei ist lokal Starkregen möglich. Ansonsten tut sich nicht viel mit
lockeren Wolken, teilweise klarem Himmel und alles in allem sehr geringer
Nebelneigung.
Unter den Wolken bleibt es sehr mild mit 18 bis 14°C, Richtung Bayerischer Wald
geht es runter bis ca. 5°C. Der Südostwind lässt auch an der Ostsee nach und
spielt in den anderen Regionen ohnehin keine große Rolle.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... kommt die Kaltfront mit ihrem meridional ausgerichteten Regenband
über Deutschland langsamer nach Osten voran, weil sie gegen den blockierenden
Hochdruckeinfluss über Osteuropa anläuft.
In der Westhälfte Deutschlands regnet es aus starker Bewölkung verbreitet, teils
schauerartig und mit lokalen Gewittern an der Vorderseite des Regens. Dabei ist
regionaler Starkregen, sei es mit Gewittern oder ohne, bzw. in kurzer Zeit oder
einigen Stunden durchaus möglich. Aber auch insgesamt fällt der Regen relativ
kräftig aus mit durchaus 10 bis 20 l/qm in 12 Stunden.
In der Osthälfte scheint meist die Sonne, bei lokal um 25°C. Mit dem
Tiefausläufer dreht der Wind auf West bis Nordwest und es setzt die Zufuhr einer
moderateren Luftmasse ein, die aber immer noch ziemlich warm ist.
Der neue ICON Lauf hat die Ostprogression der Kaltfront verlangsamt. Fraglich
wird damit auch, wo und wie viel Regen in den östlichen Landesteilen überhaupt
ankommt.
Für mehr Details kann die Frühübersicht zu Rate gezogen werden.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren ähnlich. Leichter Unsicherheiten bestehen am
Tiefausläufer für Donnerstag.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner