DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
24-09-2026 10:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.09.2026 um 10.30 UTC
Überwiegend trocken und häufig sonnig. Dabei zunehmend warm, in der Mitte und im
Süden sommerlich warm, am Oberrhein sogar heiß.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 01.10.2026
Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum dominiert überwiegend Hochdruckeinfluss
unser Wetter. So befindet sich zu Beginn am Sonntag ein umfangreicher Höhentrog
über dem Nordostatlantik und dem Nordwesten Europas. Demgegenüber steht ein vom
westlichen Mittelmeerraum über Mitteleuropa hinweg und bis nach Nordeuropa
reichender Höhenrücken. Zusammen mit einem weiteren Rücken über Russland stützt
er eine umfangreiche Hochdruckzone, die von Russland bis nach Frankreich und das
westliche Mittelmeer reicht. So gestaltet sich das Wetter vielfach sonnig. Dabei
ist bereits in Teilen des Landes eine sehr warme Luftmasse mit T850 hPa im
Südwesten bis 16 Grad wirksam. Richtung Südosten, Osten und Norden liegt sie
meist zwischen 9 und 13 Grad. So wird es im Südwesten und Westen nochmals
sommerlich warm, am Oberrhein sogar heiß bei Höchstwerten bis 31 Grad. Sonst
bleibt es noch etwas kühler, bei Werten zwischen 19 und 24 Grad aber auch nicht
wirklich herbstlich.
Am Montag beginnt der Trog über dem Atlantik auszutrogen, sodass er am Dienstag
und Mittwoch mit seiner Südspitze bis vor die Iberische Halbinsel reicht. Ein
davon ausgehender Randtrog beeinflusst am Montag vorübergehend den Norden
Deutschlands mit vereinzelt etwas Regen. Sonst kann sich im Bereich des Troges
ein Bodentief rasch und stark intensivieren, sodass schließlich am Dienstag ein
ausgewachsenes Sturm- bzw. Orkantief westlich der Britischen Inseln mit einem
Kerndruck unter 945 hPa auszumachen ist. Von dort aus wird es voraussichtlich
unter Abschwächung Kurs auf Island nehmen.
Vorderseitig des Höhentroges kann sich der Höhenrücken durch Warmluftadvektion
weiter kräftigen und es spaltet sich schließlich am Mittwoch ein abgeschlossenes
Höhenhoch ab, das von Deutschland über die Ostsee bis zum Baltikum reicht.
Korrespondierend dazu bildet sich über dem Norden und Nordosten Europas ein
neuer Bodenhochschwerpunkt aus.
Somit stehen sich schließlich Mitte der Woche zwei umfangreiche und kräftige
Druckgebilde über Europa gegenüber. Deutschland liegt zwischen diesen Gebilden,
wobei der Einfluss des Hochs dominiert. Dabei wird mit einer südlichen Strömung
weiterhin warme bis sehr warme Luft zu uns geführt, die auch weiter Richtung
Norden und Osten vorankommt und somit in weiten Teilen des Landes nochmals für
ein Sommer Comeback sorgt. Entlang des Oberrheins, aber auch in Teilen von RLP
und im Saarland wird es heiß.
Zum Ende der Mittelfrist am kommenden Donnerstag kommt das Trog-Rückenmuster ein
wenig ostwärts voran und der Trog greift allmählich auf Frankreich über. Dabei
kann ausgangs des Tages und in der Nacht zum Freitag eingelagert in eine
Tiefdruckrinne die wellende Kaltfront des ehemaligen Orkantiefs bei Island von
Westen allmählich auf uns übergreifen und in der Westhälfte, nachfolgend auch in
der Osthälfte gebietsweise für Regen sorgen. Rückseitig wird es wieder etwas
kühler. Es bleibt aber für Anfang Oktober mäßig warm bis warm.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des IFS kann im Vorhersagezeitraum für Mitteleuropa als sehr gut
bezeichnet werden.
Die Zugbahn und Entwicklung des Sturmtiefs über dem Atlantik wird noch
unterschiedlich prognostiziert, sicher ist aber auf Basis der letzten Läufe,
dass es keinen Kurs in Richtung Kontinentaleuropa einnimmt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Vergleich der Globalmodelle zeigt für Mitteleuropa ebenfalls keine
signifikanten Unterschiede. Auch die Zugbahn des Sturmtiefs wird bereits
weitgehend übereinstimmend vorhergesagt, wenngleich die Zuggeschwindigkeit teils
noch unterschiedlich ist. Das Übergreifen der Front am Donnerstag wird hingegen
noch unterschiedlich prognostiziert. GFS zeigt ein früheres Übergreifen als IFS
und ICON.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen ein
einheitliches Bild. So ist der Spread bis einschließlich Mittwoch relativ
gering. Die Temperatur steigt im Laufe der Woche kontinuierlich an und geht erst
ab Donnerstag spürbar wieder zurück. Gleichzeitig sind nahezu keine
Niederschlagssignale bis zum Ende der Mittelfrist vorhanden. Erst in der
erweiterten Mittelfrist nehmen diese spärlich wieder zu, insofern bleibt
abzuwarten, wieviel von dem Regen nach der längeren Hochdruckphase noch bei uns
ankommt.
Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum von t+72 bis 96 Stunden drei
Cluster und für den nachfolgenden Zeitraum bis t+168 Stunden zwei Cluster.
Alternative Szenarien zu der beschriebenen Entwicklung ergeben sich aber nicht.
Insofern kann die Vorhersage für die Mittelfrist und somit die überwiegend
trockene, dabei aber teils sommerlich warme bis heiße Witterung als sicher
bezeichnet werden.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Vorhersagezeitraum werden keine markanten Wettererscheinungen erwartet.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger