DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

22-09-2026 10:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 22.09.2026 um 10.30 UTC



Hochdruckeinfluss. Ab dem Wochenende wieder wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 29.09.2026


Am Freitag erstreckt sich ein Höhenkeil von Frankreich nach Skandinavien,
flankiert von einem Höhentiefkomplex über Osteuropa und einem Langwellentrog
über dem Nordatlantik. Der Keil stützt eine Bodenhochdruckzone über
Mitteleuropa, die mit modifizierter, ehemals kühler Meeresluft unser Wetter
bestimmt. Der Nordosten liegt dabei eher am Rand des Tiefs über Osteuropa in
feuchterer Luft, sonst scheint oft die Sonne. Nachts kühlt es stark ab mit
einigen Nebelfeldern.
Am Samstag wird der Keil von einem Kurzwellentrog überlaufen und schwächt sich
vorübergehend ab. Entsprechend schwächelt auch die Hochdruckzone im
Bodendruckfeld leicht und von Nordwesten kann ein Tiefausläufer in
abgeschwächter Form auf Norddeutschland übergreifen. Markantes Wetter ist damit
nicht verbunden. Mindestens über der Südhälfte hält sich der Hochdruckeinfluss.
Von Südwesten her setzt die Zufuhr wärmerer Luftmassen ein.
Von Sonntag bis Dienstag weitet sich der atlantische Trog nach Süden aus, wobei
auf dessen Ostflanke der Rücken sich wieder kräftigt, aber auch ins östliche
Mitteleuropa gedrückt wird. Auch der höchste Druck am Boden liegt im
Wesentlichen östlich von uns, sodass sich eine antizyklonale südliche Strömung
einstellt.
Auf der Vorderseite von Tiefausläufern, die sich über Westeuropa nähern,
verstärkt sich der Zustrom sehr warmer Luftmassen subtropischen Ursprungs.
Gebietsweise stehen wieder sommerliche Höchstwerte an, vereinzelt können auch
die 30°C angekratzt werden.
Inwieweit die Tiefausläufer dann auch den Westen und Norden tatsächlich
erreichen, ist noch offen. Mehr Bewölkung als im sonnigen Rest und etwas Regen
wären dort möglich.

In der erweiterten Mittelfrist hält die Zufuhr warmer Luftmassen an. Es können
dann Tiefausläufer in etwas stärkerem Maße von Westen auf Mitteleuropa
übergreifen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des europäischen Modells ist gut. Leichte Unsicherheiten ergeben
sich bei den schwachen Tiefausläufern, die zunächst den Norden streifen und ab
Wochenwechsel aus Westen möglich sind. Der neueste Lauf von 00z simuliert sie
vor allem zum Ende der Mittelfrist etwas wirksamer, als die Vorläufe. Am
ansonsten vorherrschen Hochdruckeinfluss und dem erneuten deutlichen
Temperaturanstieg bestehen keine Zweifel.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Grundsätzliche Alternativen haben die anderen betrachteten Globalmodelle, ICON,
GFS und UKMO nicht zu bieten. Auch sie sehen für weite Landesteile den
anhaltenden Hochdruckeinfluss und die steigenden Temperaturen. Die Unterschiede
beschränken auf Timing und Wetteraktivität der Tiefausläufer, die gegen den
Hochdruckeinfluss anlaufen. Vor allem ICON betont die Aktivität forscher und ist
auch flotter in der Verlagerung der Fronten. Ab Wochenwechsel streuen die
Lösungen etwas mehr, ohne dass die Lösungen gänzlich aus dem Ruder laufen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Ensembles stützen die Aussagen des Kontrolllaufs. Die Kurven der 850 hPa
Temperaturen verdeutlichen gut die erwartete Zufuhr der warmen Luftmassen mit
dem kräftigen Anstieg, auch wenn die Lösungen etwas mehr streuen als bei
anhaltend hohen Geopotential. Die Lösung des Kontrolllaufs bettet sich gut in
die Schar der ENS-Lösungen ein.

Niederschlagssignale gibt es vor allem nach Wochenwechsel, auch wenn diese eher
spärlich ausfallen. Im Norden sind sie schon in den ersten Tagen der Mittelfrist
zu finden.
Im ersten Zeitschritt sind 5 Cluster vorhanden, im Zweiten dann 3. Während die
Clusterung für Freitag und Samstag kaum Unterschiede aufweist, zeigen die
Cluster für Sonntag bis Dienstag eher einen kräftigeren Keil, als der
Kontrolllauf, sodass hinter dem etwas zyklonaleren Touch von Westen Fragezeichen
stehen.

Danach streuen die ENS stärker, es werden wieder 5 Cluster gebildet, die für uns
in Mitteleuropa meist antizyklonales und warmes Wetter anbieten.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Mittelfristig sind signifikante Wettererscheinungen unwahrscheinlich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix, IFS, ENS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner