DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
20-09-2026 10:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 20.09.2026 um 10.30 UTC
Am Donnerstag vorübergehend unbeständig, danach ruhiges und sehr mildes
Herbstwetter
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 27.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch sorgt ein umfangreiches Höhentief mit
Dipolstruktur, das sich von Osteuropa bis in den Mittelmeerraum erstreckt, für
eine blockierende Wetterlage. Ein Höhenrücken, dessen Achse von der Iberischen
Halbinsel über Deutschland bis nach Skandinavien reicht, verhindert zunächst ein
rasches Übergreifen der nachfolgenden Tröge vom Atlantik. Ein Trog über den
Britischen Inseln kommt daher zunächst nur langsam ostwärts voran.
Der Höhenrücken stützt ein Bodenhoch mit Schwerpunkt über Mitteleuropa. Damit
gestaltet sich das Wetter in Deutschland nach Auflösung nächtlicher Nebelfelder
überwiegend freundlich und trocken. Der Südwesten wird dabei von der
10-Grad-Isotherme in 850 hPa gestreift. Am Oberrhein kann die Temperatur bei
ausreichendem Sonnenschein somit örtlich für einen Sommertag reichen, ansonsten
bleibt es für die Jahreszeit mild.
In der Nacht zum Donnerstag kommt Bewegung in die Wetterlage. Der Trog über den
Britischen Inseln verkürzt seine Amplitude, überläuft den Rücken und schnürt
über Deutschland ein kleinräumiges Höhentief ab. Trotz seiner geringen
räumlichen Ausdehnung wird dieses wetterwirksam und sorgt zunächst vor allem in
der Nordhälfte für schauerartige, teils gewittrige Niederschläge. Gebietsweise
besteht dabei auch die Gefahr von Starkregen mit Mengen zwischen 20 und 35 l/qm
innerhalb von 3 bis 6 Stunden. Die genaue Lage des Niederschlagsschwerpunktes
ist allerdings noch unsicher und hängt wesentlich von der Zugbahn des
kleinräumigen Höhentiefs ab.
Am Donnerstag zieht das Höhentief relativ rasch südostwärts und wird schließlich
in das umfangreiche Höhentief über Osteuropa aufgenommen. Dieses bleibt
weitgehend quasistationär, verändert dabei aber seine Struktur. Gleichzeitig
kommt es weit draußen über dem Nordatlantik südlich von Island zu einer
kräftigen Zyklogenese. Dadurch wird der Höhenrücken erneut aufgewölbt und weitet
sich bis nach Skandinavien aus. Bodennah wird damit die Entwicklung eines neuen
Hochs über Frankreich begünstigt.
Die mit dem kleinräumigen Höhentief verbundenen schauerartigen, teils
gewittrigen Niederschläge verlagern sich im Tagesverlauf nach Süden. Auch dort
besteht gebietsweise die Gefahr von Starkregen. Aufgrund stärkerer Bewölkung
fällt die Tageserwärmung gegenüber dem Mittwoch gedämpfter aus.
In der Nacht zum Freitag beruhigt sich das Wetter mit dem Abzug des Höhentiefs
rasch. Gleichzeitig setzt sich von Westen zunehmend Hochdruckeinfluss durch. Bei
auflockernder Bewölkung und noch vorhandener bodennaher Feuchte sind die
Voraussetzungen für die Bildung von Nebel gebietsweise günstig. Nebel dürfte
auch in den folgenden Nächten eine typische Begleiterscheinung der Hochdrucklage
sein.
Von Freitag bis Sonntag bestimmen der Höhenrücken und der damit verbundene
Hochdruckeinfluss zunehmend das Wetter. Das osteuropäische Höhentief zieht
allmählich ostwärts ab, während sich im Mittelmeerraum ein weiteres Höhentief
etabliert. Dazwischen erstreckt sich die Achse des Höhenrückens diagonal von der
Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis nach Osteuropa.
Die Frontalzone verläuft deutlich weiter nördlich von den Britischen Inseln über
Skandinavien. Lediglich der Norden Deutschlands wird zeitweise von schwachen
Tiefausläufern gestreift. Ansonsten stehen ruhige und überwiegend trockene
Herbsttage bevor. Vor allem in der Südhälfte muss nachts und morgens allerdings
gebietsweise mit Nebel oder Hochnebel gerechnet werden. Tagsüber sollten sich
die meisten Nebelfelder auflösen, sodass sich anschließend vielfach die Sonne
durchsetzen kann.
Mit der kräftigen Zyklogenese über dem Nordatlantik und der erneuten Aufwölbung
des Höhenrückens wird zudem sehr milde Luft nach Mitteleuropa geführt. Vor allem
im Südwesten können bei längerem Sonnenschein nochmals sommerliche Höchstwerte
bis etwa 26 Grad erreicht werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich
nächtliche Nebel- und Hochnebelfelder rechtzeitig auflösen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe ist gut und bleibt auch bis weit in die
Mittelfrist hinein relativ hoch. Der Hochdruckeinfluss wird dabei von einem
ausgeprägten Höhenrücken gestützt und bleibt insgesamt wetterbestimmend.
Lediglich in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag wird diese stabile
Wetterlage vorübergehend unterbrochen. Ein Randtrog zieht über den Höhenrücken
hinweg und entwickelt sich über Deutschland zu einem kleinräumigen Höhentief,
das anschließend nach Süden abzieht. Dieses Höhentief wird wetterwirksam und
sorgt vor allem am Donnerstag für schauerartige, teils auch gewittrige
Niederschläge.
Ab Freitag verstärkt sich der Höhenrücken wieder und stützt bis in die
erweiterte Mittelfrist eine blockierende Hochdrucklage. Lediglich der Norden
Deutschlands wird zeitweise von Tiefausläufern gestreift. Abgesehen vom
Donnerstag bleibt es damit am Mittwoch sowie ab Freitag überwiegend
niederschlagsfrei.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die übrigen Globalmodelle wie GFS, ICON und UK10 zeigen eine insgesamt ähnliche
Entwicklung. Unterschiede bestehen am Donnerstag vor allem hinsichtlich der
Zugbahn des kleinräumigen Höhentiefs. Diese dürfte maßgeblich für die räumliche
Verteilung und Intensität der Niederschläge sein.
Ab Freitag wird auch der erneute Aufbau des Höhenrückens von den Modellen
weitgehend übereinstimmend simuliert. Lediglich GFS lässt das osteuropäische
Höhentief retrograd weiter nach Westen ausgreifen und dabei Deutschland
tangieren. Entsprechend verläuft die Achse des Höhenrückens weiter westlich.
Diese Entwicklung stellt im aktuellen Modellvergleich allerdings eine
Einzellösung dar.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte verlaufen bis zum Ende der kommenden Woche
noch relativ gebündelt. Bei der Temperatur in 850 hPa zeigt sich nach einigen
Schwankungen insgesamt ein ansteigender Trend. Ab Freitag werden vielfach Werte
von über 10 Grad erreicht. Einige Member tragen diese Entwicklung nicht mit und
verbleiben auf einem niedrigeren Temperaturniveau, befinden sich jedoch in der
Minderheit.
Beim Geopotenzial zeigt sich am Donnerstag im Zusammenhang mit dem Durchgang des
kleinräumigen Höhentiefs ein markanter Einbruch. Anschließend steigt es wieder
deutlich an und verbleibt auf einem für Hochdruckeinfluss charakteristisch hohen
Niveau.
Niederschlagssignale sind insgesamt nur schwach ausgeprägt. Eine deutliche
Häufung zeigt sich vor allem am Donnerstag im Zusammenhang mit dem
durchziehenden Höhentief. Danach bleiben die Niederschlagssignale überwiegend
gering.
Sowohl im Zeitraum t+72 bis 96 h als auch bei t+120 bis 168 h werden jeweils
drei Cluster angeboten, wobei sich der Kontrolllauf in Cluster 2 bzw. Cluster 1
befindet. Sämtliche Cluster sind dem Blocking-Regime zugeordnet und zeigen in
den Grundzügen eine ähnliche großräumige Zirkulation. Deutschland liegt dabei im
Einflussbereich eines Höhenrückens, der sich von der Iberischen Halbinsel über
Mitteleuropa bis nach Skandinavien erstreckt. Dem gegenüber steht ein
Höhentiefkomplex über Südosteuropa und dem Mittelmeerraum. Die Frontalzone
verläuft weit nördlich von Deutschland. Insgesamt wird die blockierende und
überwiegend antizyklonal geprägte Wetterlage damit von der Clusteranalyse gut
gestützt.
In der erweiterten Mittelfrist werden fünf Cluster angeboten, wobei sich der
Kontrolllauf in Cluster 3 befindet. Die Mehrzahl der Cluster hält am Blocking
fest und zeigt weiterhin überdurchschnittlich hohes Geopotenzial über
Mitteleuropa. Gleichzeitig befindet sich tieferes Geopotenzial überwiegend über
dem zentralen und östlichen Mittelmeerraum, sodass sich in einigen Clustern eine
High-over-Low-Konstellation andeutet. Insgesamt sprechen die Cluster damit
weiterhin für eine überwiegend ruhige und niederschlagsarme Herbstwitterung. Bei
schwachen Luftdruckgegensätzen und zunehmender nächtlicher Auskühlung dürfte
allerdings die Nebel- und Hochnebelneigung zunehmend in den Vordergrund rücken.
Fazit: Die Ensembleverfahren stützen insgesamt eine recht gut vorhersagbare,
überwiegend antizyklonal geprägte Wetterlage. Unsicherheiten bestehen vor allem
am Donnerstag hinsichtlich der Zugbahn des kleinräumigen Höhentiefs und der
Niederschläge. Danach setzt sich voraussichtlich wieder ruhiges,
niederschlagsarmes und mildes Herbstwetter durch. Im Südwesten sind bei
ausreichend Sonnenschein auch Höchstwerte über 25 Grad möglich. Nebel und
Hochnebel spielen zunehmend eine Rolle.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Markante Wettererscheinungen werden insgesamt nicht erwartet. Lediglich am
Donnerstag besteht im Zusammenhang mit dem kleinräumigen Höhentief stellenweise
eine gewisse Starkregengefahr. Diese betrifft bis in die Vormittagsstunden vor
allem die Nordhälfte und verlagert sich im weiteren Tagesverlauf in den Südosten
Deutschlands.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOSMIX, EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta