DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
17-09-2026 11:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 17.09.2026 um 10.30 UTC
Nach wechselhaftem und an den Küsten stürmischem Beginn Hochdruckeinfluss, dabei
mäßig-warm. Zum Ende der Mittelfrist Erwärmung, aber auch vorübergehender
Tiefdruckeinfluss möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 24.09.2026
Blockierung hieß das Zauberwort im vergangenen Sommer und offenbar kann auch der
Herbst bzw. die Mittelfrist damit etwas anfangen. Für die weiterhin in vielen
Teilen Deutschlands von Trockenheit geplagte Natur sind das keine guten
Nachrichten, bleiben Niederschläge unter dieser Prämisse doch weiterhin
Mangelware. Fans von warmem Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein hingegen
kommen auf ihre Kosten.
Bevor die Blockierung zuschlägt, steht der Anfang der Mittelfrist ab Sonntag
aber noch im Zeichen eines Trogs über Skandinavien, dessen zugehöriger
Bodentiefkomplex ein Frontensystem mit zeitweiligen Regenfällen über Deutschland
hinweg südwärts schickt. Im Norden sorgt der Trog nachfolgend für Schauer und
kräftigem Wind an den Küsten.
Am Montag schwenkt der Trog unter Amplifizierung ostwärts weiter, sodass sein
Einfluss auf unser Wetter nach letzten Schauern im Norden und Osten sowie noch
starkem Wind an der Küste am Montag rasch nachlässt. Der nachfolgende Rücken
spannt sich dann von der Iberischen Halbinsel leicht positiv geneigt weit bis
ins Nordmeer auf und begründet damit die neue Blockierung. Bis zum Donnerstag
kippt er ein wenig in Richtung Skandinavien, während der Trog in Richtung
Baltikum abtropft. Bodennah induziert der Rücken ein Hoch zunächst etwa über dem
Ärmelkanal, das im Verlauf seinen Schwerpunkt Richtung Skandinavien und später
Richtung Nordwestrussland verlagert. Ausläufer von Tiefdruckgebieten bleiben
entsprechend über Deutschland außen vor. Bei anfangs nordwestlicher Anströmung
gelangt recht kühle Meeresluft mit T850 hPa von 3 bis 6 Grad zu uns. Bis zum
Donnerstag dreht die Strömung auf Nordost, wobei die dann herangeführten
kontinentalen Luftmassen ähnliche Temperaturen wie zuvor aufweisen. Erst am
Donnerstag kündigt sich im Westen mit Zurückweichen des Hochs und Nachlassen der
Nordostströmung von Westen her eine Erwärmung an.
In der erweiterten Mittelfrist gelangen wir auf die Vorderseite eines Trogs über
dem Nordostatlantik, wobei das zugehörige Frontensystem am Freitag mit leichten
Regenfällen vor allem den Norden von Deutschland erfasst. Mit südwestlicher
Strömung wird nunmehr subtropische Warmluft advehiert, sodass die T850 hPa auf
11 bis 14 Grad steigt. Am Wochenende verbleiben wir im Warmsektor des Tiefs.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Im Grunde liefert der neueste Lauf des EZMW von heute 0 UTC im Vergleich zu
seinen beiden gestrigen Vorläufen keine neuen Erkenntnisse bis zum Donnerstag.
Das Frontensystem in der erweiterten Mittelfrist am Freitag nächster Woche
hingegen ist neu, die Niederschläge im Norden halten sich aber vermutlich auch
damit stark in Grenzen. Ansonsten dominiert in allen 3 jüngsten Läufen der
Hochdruckeinfluss bei geringer Niederschlagsaktivität.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
ICON folgt der Version des EZMW bis zum Donnerstag ohne große Umschweife. GFS
weist ebenfalls ähnliche Ergebnisse auf, bringt aber ein kleines Höhentief am
Donnerstag über Benelux ins Spiel, das dann südwärts zieht. Die Glaubwürdigkeit
dieses Szenarios ist allerdings arg begrenzt, da einerseits GFS in der
Mittelfrist oft eine schlechte Performance über Mitteleuropa zeigt und
andererseits das Exemplar auch nur sehr klein ist. Für gewöhnlich verschwinden
kleine Höhntiefs in den nächsten Läufen gerne einmal. Bei UK10 schwenkt dafür am
Mittwoch ein Randtrog samt Frontensystem und Regenfällen über Norddeutschland
hinweg, was aber deutlich als Außenseiterlösung angesehen werden kann.
AIFS verfolgt dahingehend einen ähnlichen Ansatz mit einem Randtrog ab Mittwoch
über Mitteleuropa, der nachfolgend sogar in einem Höhentief über dem zentralen
Mittelmeer mündet. Das könnte dem Südosten etwas wechselhafteres Wetter
bescheren, zudem wären die Temperaturen allgemein nicht ganz so hoch.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen bestätigen den Hauptlauf nur bedingt. Beim Geopot 500 hPa
spiegelt sich der Trogdurchgang am Sonntag/Montag noch gut wider, ab Montag
läuft der Hauptlauf jedoch mehrheitlich an den unteren Rand der Verteilungen.
Möglicherweise entfernt sich der östlich von uns gelegene Trog weiter nach Osten
als es der Hauptlauf prognostiziert. Bei den T850 hPa öffnen sich dagegen die
Kurven bereits ab Montag deutlich, zuweilen gibt es zwei Mediane in bifurkaler
Verteilung. Der Hauptlauf bewegt sich von Montag bis Donnerstag am unteren Rand,
womit wärmere Lösungen in der Mehrheit sind. Eine 3 bis 4 Grad höhere Temperatur
wäre also keine Überraschung. Zum Ende hin schlägt der Hauptlauf nach oben aus
und auch der Median steigt tendenziell, der Spread liegt aber bei 15 Kelvin.
Bei den Niederschlägen sind am Montag/Dienstag Ausschläge vorhanden, danach fast
keine.
CLUSTER:
Zwischen Dienstag 0 UTC und Donnerstag 0 UTC werden nur 2 Cluster ausgegeben
(beide mit Blockierung). In C1 liegt der Trog östlich von uns weiter entfernt
als in C2, in dem sich der Hauptlauf eingruppiert. Das wurde bereits in den
Rauchfahnen gefunden.
Zwischen Freitag 0 UTC und Sonntag 0 UTC werden volle 6 Cluster benötigt, die
zwischen Blockierung und NAO+ schwanken. Die Vielfalt der Lösungen zu
diskutieren ist nicht zielführend, wohl aber die Aussage, dass dies die
Vorhersagesicherheit untergräbt.
Fazit:
Recht sicher ist, dass der Sonntag und im Nordosten auch noch der Montag
wechselhaft werden. Dabei sind im Norden und Nordosten einzelne starke Gewitter
möglich. Zudem ist es an beiden Tagen an den Küsten stürmisch. Danach dominiert
wahrscheinlich Hochdruckeinfluss bei meist trockenen Verhältnissen und bei
weiterhin eher mäßig-warmen Temperaturen. Ob in der erweiterten Mittelfrist ab
Freitag ein Frontensystem Deutschland erreicht, ist noch unsicher. Die
Temperaturen steigen dann voraussichtlich wieder, es bleibt aber offen, wie
stark.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND:
Am Sonntag und Montag gibt es bei EFI Hinweise für starken Wind im Norden und
Nordosten. In den Ensembles bleibt das Potenzial für stürmische Böen Bft 8 oder
exponiert Sturmböen Bft 9 aber auf die Küsten beschränkt.
GEWITTER:
Am Sonntag sind im Norden, am Montag im Nordosten bei geringem CAPE, allerdings
gut gescherter Umgebung einzelne Gewitter mit stürmischen Böen Bft 8 nicht ganz
ausgeschlossen. Am Sonntag wird dies zusätzlich durch erhöhte
EFI-CAPE-Shear-Werte unterstützt.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler