DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

28-08-2026 09:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 28.08.2026 um 10.30 UTC



Wechselhaft mit wiederholten Niederschlägen. Dabei meist mäßig warm bis warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 04.09.2026


Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum liegt Deutschland am Rande eines
umfangreichen Höhentroges über Nord- und Nordwesteuropa in einer südwestlichen
bis westlichen Höhenströmung. Korrespondierend dazu befindet sich auch im
Bodendruckfeld eine umfangreiche Zone tiefen Luftdrucks mit mehreren
eingelagerten Tiefdruckzentren, die von der Irminger-See über die Britischen
Inseln bis nach Skandinavien reicht. Davon ausgehend und eingebettet in
kurzwellige Trogstrukturen ziehen von Westen
wiederholt Frontensysteme heran.

Zu Beginn der Mittelfrist am Montag befindet sich ein hochreichendes Tief im
Bereich der Britischen Inseln, das bis zum Tageswechsel nach Südskandinavien
zieht. Von Westen greift ein Randtrog auf Deutschland über. Dadurch kommt es
über dem Süden zu einer Reaktivierung der dort noch liegenden Front und somit zu
Niederschlägen, die schließlich bis in den Osten ausgreifen. Zum anderen greift
das okkludierte Frontensystem des Randtiefs mit Regen auf den Nordwesten und
Norden über. Dabei können sowohl im Süden als auch im Norden einzelne Gewitter,
teils in Verbindung mit Starkregen und Sturmböen bis Bft 9 auftreten. Im
Tagesverlauf zieht der Trog allmählich über uns ostwärts hinweg und das
Bodentief verlagert sich von der Nordsee Richtung Südskandinavien. An dessen
Südrand nimmt der Druckgradient etwas zu und vor allem im Norden und in der
Mitte frischt der Südwestwind teils stark böig auf. Vor allem an der Nordsee und
im höheren
Bergland sind auch stürmische Böen Bft 8 zu erwarten. Das Frontensystem zieht
ostwärts ab. Im Trogbereich kommt es vor allem im Norden
zu weiteren Schauern und Gewittern. Größere Sonnenscheinanteile sind am ehesten
im Süden möglich. Dort und im Osten werden bis 26 Grad erreicht, im Nordwesten
sind es um die 20 Grad.

Während sich im Süden das Wetter beruhigt, greift im Norden ein neuer
Kurzwellentrog von der Nordsee auf die Vorhersageregion über. Dieser schwenkt im
Tagesverlauf ostwärts über Norddeutschland durch und sorgt für teils gewittrige
Schauer und vorübergehend auffrischenden Wind mit stürmischen Böen an der
Nordsee. Dadurch kommt die über dem Alpenraum liegende Luftmassengrenze wieder
etwas nach Norden voran und am Alpenrand setzen in der Nacht zum Mittwoch
Niederschläge ein. In einem breiten Streifen vom Südwesten bis in den Osten
bleibt es dagegen oft trocken. Das Temperaturniveau ist dabei recht ähnlich zum
Vortag.

Am Mittwoch gerät Norddeutschland langsam auf die Vorderseite des nächsten von
Westen herannahenden Troges, während die Trogachse noch über die Mitte reicht
und im Tagesverlauf ostwärts durchschwenkt. Besonders im Küstenumfeld muss noch
mit Schauern gerechnet werden. Insbesondere in südlichen Teilen der Mitte und im
Süden mit Ausnahme des Alpenvorlandes zeigen sich freundliche Abschnitte. Die
über dem Alpenrand liegende Luftmassengrenze kann sich etwas nordwärts verlagern
und der Regen sich ins Alpenvorland ausbreiten, dabei sind warnwürdige
Niederschlagsmengen derzeit nicht wahrscheinlich.

Im weiteren Verlauf der Mittelfrist am Donnerstag und Freitag wird der Trog
durch weitere kurzwellige Anteile regeneriert, so dass im Norden zyklonaler
Einfluss mit entsprechenden Niederschlägen andauert. Im Süden rückt die Achse
eines Höhenrückens näher und am Boden setzt sich Hochdruck durch. Dadurch werden
die Niederschläge über der Mitte abgebremst und können nur lokal und temporär in
die nördlichen Teile Süddeutschlands vorrücken. Verbreitet bleibt es dort bei
einem Sonne-Wolken-Mix trocken. Das Temperaturniveau ändert sich nicht
wesentlich.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des IFS kann über nahezu den gesamten Vorhersagezeitraum als gut
bezeichnet werden, ab Mitte des Mittelfristzeitraums nehmen die Unterschiede
leicht zu. So wurde in den gestrigen Läufen zum Ende der Mittelfrist der von
Süden zunehmende Hochdruckeinfluss stärker gezeigt. Mit dem heutigen Lauf bleibt
es insgesamt überwiegend wechselhaft.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Der Modellvergleich zeigt zu Beginn der Mittelfrist keine wesentlichen
Unterschiede. Ab Mittwoch nehmen die Unterschiede zu. So vollzieht sich die
Trogpassage in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch unterschiedlich schnell,
was Phasenverschiebungen des Niederschlagsmusters zur Folge hat.
Nach Abzug des Troges wird über Westeuropa bei GFS und IFS eine eher zonal
ausgerichtete Höhenströmung mit weiteren eingelagerten kurzwelligen Anteilen
simuliert. Der neueste ICON-Modellauf rechnet dagegen am Donnerstag einen
ausgeprägten Trog über der Nordsee, der sich zum Freitag zu den Karpaten
verlagert und über Polen eine Höhentiefneubildung simuliert. Dies stellt derzeit
eine Einzellösung dar. Damit werden simulierte Niederschlagsmengen ab Mittwoch
unsicher, bei der Temperatur zeigen sich ab Donnerstag leichte Unsicherheiten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen bis etwa
Mittwoch sowohl für die Temperatur als auch für das
Geopotential einen sehr geringen bis geringen Spread und somit eine hohe
Prognosesicherheit. Danach geht der Spread deutlich auseinander und die
Prognosesicherheit nimmt ab. Wiederholte Niederschlagssignale stützen zudem den
zyklonalen Charakter, wenngleich die Mengen meist im geringen Bereich liegen.
Zum Ende der Mittelfrist nimmt der Spread deutlich zu, die Mehrheit der Member
stimmt aber mit dem Kontrolllauf überein.

Die Clusterung des EZMW zeigt für die Zeiträume t+96h fünf Cluster. Dabei gibt
es zu der zyklonal geprägten Wetterlage keine anderen Szenarien. Für den
Zeitraum t+168 Stunden gibt es fünf Cluster. Der Kontrolllauf befindet sich in
Cluster, in dem auch die meisten Member enthalten sind. Dieser simuliert am
Donnerstag das Szenario atlantischer Rücken mit deutlich ansteigendem
antizyklonalen Charakter über Frankreich. In der erweiterten Mittelfrist werden
sechs Cluster geboten, wobei der Kontrolllauf in Cluster 3 mit nur acht Membern
simuliert wird. In der Mehrheit wird mit dem Szenario NAO-positiv mit zyklonalem
Einfluss gerechnet, ansonsten nimmt der Anteil des Szenarios atlantischer Rücken
mit höheren antizyklonalen Anteilen zu.

FAZIT: Der zyklonale Einfluss und damit das wechselhafte Wetter dauert weiter
an, wobei im Süden zum Ende der Mittelfrist Tendenzen in Richtung antizyklonalem
Wettercharakter und damit einer Wetterberuhigung zunehmen. Allerdings nehmen in
diesem Zeitraum auch Modellunsicherheiten signifikant zu. Am Temperaturniveau
wird sich erstmal nicht viel ändern - an der See im Norden bleibt es bei etwa 20
Grad mäßig warm, im Südwesten bei um 26 Grad warm oder sehr warm.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Montag treten im Norden einzelne Gewitter auf, teils in Verbindung mit
Stürmischen Böen Bft 8 oder Sturmböen Bft 9.
Zudem frischt der Südwestwind am Montag an den Küsten und im höheren Bergland
stark auf mit stürmischen Böen Bft 8.
Am Dienstag sowie am Donnerstag an der Küste Potential für stürmische Böen Bft
8.
Sonst sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, GFS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried