DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

24-08-2026 11:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 24.08.2026 um 10.30 UTC



Anfangs sehr warm bis heiß und gebietsweise starke Gewitter, später warm und vor
allem im Norden unbeständig.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 31.08.2026


Mit Beginn der Mittelfrist am Donnerstag liegt Deutschland knapp östlich eines
Höhenkeils auf der Vorderseite eines Höhentiefkomplexes über der Biskaya. Mit
einer südwestlichen Höhenströmung wird sehr warme und feuchte Luft herangeführt.
Mittags liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen 11 Grad über Rügen und bis zu
22 Grad am Alpenrand. Ein sich über den Britischen Inseln bildendes Tief zieht
unter Vertiefung bis Freitagfrüh zur Nordsee. Ein Randtrog erreicht am Abend den
äußersten Westen Deutschlands und schwenkt nordostwärts. An ihm sind
gebietsweise starke bis schwere Gewitter wahrscheinlich. Zuvor gibt es in der
Osthälfte einen freundlichen Tag. An der Nordsee frischt der südöstliche Wind in
Böen stark auf.

Freitagfrüh liegt die Kaltfront des sich vertiefenden Nordseetiefs von Nord nach
Süd quer über Deutschland und schwenkt bis zum Abend nach Polen, Tschechien und
Österreich. An ihr kommt es zu Schauern und teils kräftigen Gewittern.
Nachfolgend strömt warme Meeresluft ein mit Temperaturen in 850 hPa um 10 Grad.
Zuvor werden im Osten und Südosten nochmals um 20 Grad in diesem Höhenniveau
erreicht. Neben der Konvektion an der Kaltfront gibt es ein zweites
Konvektionsmaximum im Nordwesten und Westen im Einflussbereich des Troges. Dort
ist die Luftmasse weniger energiereich, aber dennoch recht feucht. Mit einer
lebhaften Südwestströmung (25-30 kt in 850 hPa) gibt es in Verbindung mit
Schauern und Gewittern Wind- und stürmische Böen, teils auch ohne Konvektion
Windböen.

Am Samstag liegt Deutschland südlich des Nordsee-, später Norwegentiefs in einer
Südwest- bis Westströmung. Ein ausgeprägter Randtrog schwenkt mitsamt Schauern
und örtlichen Gewittern tagsüber über die Nordhälfte hinweg rasch ostwärts. Im
Süden herrscht leichter antizyklonaler Einfluss, der jedoch Schauer und Gewitter
über den Alpen und dem Alpenrand nicht verhindert. Die Temperatur in 850 hPa
liegt zwischen 9 Grad an der Nordsee und 13 Grad im Südosten Bayerns. In der
lebhaften Südwest- bis Westströmung sind in exponierten Lagen und an der See
Windböen zu erwarten. In der Nacht zum Sonntag folgt ein weiterer Randtrog nach,
der über den Norden hinwegschwenkt.

Am Sonntag liegt Deutschland in einer zyklonalen Südwestströmung vorderseitig
eines über die Britischen Inseln zur Nordsee ziehenden Tiefs. Der nächtliche
Randtrog zieht über den Nordosten zur Ostsee ab. Ein weiterer Trog folgt ab dem
Abend von den Niederlanden nach. Im Süden herrscht weiterhin schwacher
Hochdruckeinfluss, wobei über den Alpen Schauer und Gewitter entstehen, die ins
Alpenvorland ziehen können. Das Temperaturniveau ist gegenüber dem Vortag vor
allem im Südosten etwas höher. Die lebhafte Südwestströmung sorgt gebietsweise
für Windböen, in Gipfellagen auch für Sturmböen.

Zu Beginn der Woche zieht das Tief über der Nordsee unter leichter Abschwächung
nach Schweden. Der Haupttrog schwenkt am Montag mit zahlreichen Schauern und
teils starken Gewittern über den Norden Deutschlands ostwärts. Die Strömung
kippt vorübergehend auf West, ehe sie am Dienstag vorderseitig eines neuen Tiefs
bei den Britischen Inseln auf Südwest zurückdreht. Am Montag erreicht ein
Schwall kühlerer Meeresluft (7 bis 11 Grad in 850 hPa) Deutschland. Am Dienstag
kommt es zu einer leichten Erwärmung der Luftmasse. Es kommt zwar zu Konvektion,
diese ist aber gedeckelt und findet in Form von Schauern statt.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist am Donnerstag gibt es kaum Unterschiede des aktuellen
Laufs zu den Vorläufen. Deutschland befindet sich auf der Trogvorderseite. Es
wird sehr warme Luft herangeführt. Eine Störung erreicht den Westen und
überquert in der Folgenacht und am Freitag Deutschland ostwärts. Die Konsistenz
ist gut. Nachfolgend wird warme Meeresluft nach Deutschland geführt; wobei
Randtröge das Land überqueren. Ein besonders markanter Randtrog tut dies in der
Nacht zum Sonntag und am Sonntag selbst. Zu diesem Zeitpunkt nehmen die
Unterschiede zu den Vorläufen deutlich zu. Phase und Intensität werden
unterschiedlich simuliert. In der Folge zieht ein Tief über die Britischen
Inseln zur Nordsee und später nach Schweden, womit die Strömung sich
vorübergehend etwas aufsteilt. Diese Entwicklung wird erst seit dem gestrigen
12-UTC-Lauf simuliert. Zuvor war die Strömung zonaler. Die Konsistenz ist mäßig
gut.
Am Dienstag und Mittwoch werden die Unterschiede zwischen den Läufen größer.
Nach einer Nordwestströmung im gestrigen 00-UTC-Lauf und einer Westströmung im
gestrigen 12-UTC-Lauf wird nun vorderseitig eines Troges bei Irland ein
Aufsteilen der Strömung über Mitteleuropa simuliert. Die Konsistenz ist ab dann
schlecht.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die anderen Modelle simulieren die geschilderte Entwicklung sehr ähnlich wie der
aktuelle Lauf des IFS. Randtröge werden naturgemäß unterschiedlich in Stärke und
Phase simuliert-. Grundsätzlich wird die Entwicklung aber kongruent simuliert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


CLUSTER:
Für Donnerstag und Freitag gibt es zwei Cluster (beide Regime "Blocking"). Die
Unterschiede für Deutschland sind marginal.
Für Samstag, Sonntag und Montag gibt es drei Cluster und einen Wechsel des
Regimes von Blocking zu "NAO positiv/negativ". Die Unterschiede für Mitteleuropa
sind minimal und zeigen sich in der Struktur des Troges über Westeuropa.
Für Dienstag bis Donnerstag gibt es fünf Cluster, die hauptsächlich dem Regime
NAO positiv zugeordnet werden. Die Unterschiede nehmen bis Donnerstag zu. Für
Deutschland ergibt sich die Frage, ob sich eine erneute Trogvorderseite
einstellt wie sie im aktuellen Hauptlauf gezeigt wird. Der Hauptlauf ist dem
Cluster (2) zugeordnet, welches diese Vorderseite am stärksten ausgeprägt zeigt.
Andere Cluster zeigen Lösungen die den früheren Hauptläufen ähneln.

Das Geopotenzial in 500 hPa zeigt deutschlandweit nach dem absoluten Maximum am
Donnerstag einen deutlichen Rückgang bis Samstag und ein lokales Maximum am
Sonntag, bevor erneut ein Rückgang einsetzt.
Die Temperatur in 850 hPa zeigt nach einem Maximum am Donnerstag bzw. Freitag
einen deutlichen Rückgang bis Samstag und im Anschluss ein Verharren bei etwa 10
Grad. Mitte kommender Woche befindet sich der Hauptlauf am oberen Rand des
Ensembles.

FAZIT:
Nach einem konvektiv turbulenten Zeitraum zwischen Donnerstag- und Freitagabend
stellt sich eine zyklonale West- bis Südwestlage ein, die in Sachen Temperatur
unspektakulär ist und das Niederschlagsdefizit vor allem im Norden etwas
schmälert.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Wind:
Das EFI zeigt für den Freitag, abgesehen vom Nordosten, deutliche Signale für
ein signifikantes Windereignis.
Deutlich abgeschwächter ist das Signal für Samstag und Sonntag.
Das EPS und der DMO geben Hinweise auf verbreitet BFt 7, und gebietsweise Bft 8,
vor allem in exponierten Lagen. Das IFS zeigt aber die stärksten Signale, die
anderen Modelle sind da weniger offensiv.

Gewitter:
Das EFI für Cape zeigt für den Donnerstag deutliche Hinweise auf signifikant
viel Cape im Westen und Süden Deutschlands.
Freitag gibt es entsprechende Hinweise für den Norden und die Mitte des Landes.
Für den CAPE-Shear-Index verstärkt sich das Signal am Donnerstag und Freitag.
Zusätzlich wird am Freitag nun der Süden rot eingefärbt. Summa summarum: Das
CAPE ist am Freitag im Süden nicht bemerkenswert, die Kombination aus CAPE und
Shear dafür sehr wohl.

Niederschlag:
Für den Freitag gibt es Hinweise im Nordwesten des Landes für ein eher
ungewöhnliches Ereignis.
Ein Blick auf die 24-stündigen Niederschlagsmengen und das EPS in diesem
Zeitraum zeigt, dass das Signal aus den nächtlichen Gewittern Freitagfrüh
herrührt. Dann besteht bei strömungsparallelen oder wiederholten Gewittern
strichweise die Gefahr von mehrstündigem Starkregen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOSMIX, EPS________________________________________________________


VBZ Offenbach / M. Sc. Met. Thore Hansen