DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
18-08-2026 10:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 18.08.2026 um 10.30 UTC
Bei wenig Temperaturänderungen meist wechselhaft, vom Süden bis zur Mitte
gebietsweise gewittrige Starkregenfälle.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 25.08.2026
Am Freitag, dem Beginn der heutigen Mittelfristbetrachtung, wird die großräumige
Zirkulation in der Höhe durch ein umfangreiches mehrkerniges Höhentief mit
positiver Achsenneigung bestimmt, dass sich von den Britischen Inseln über
Skandinavien bis zur Barentssee erstreckt. In dessen Randbereich liegen wir in
einer mehrheitlich zyklonal geprägten südwestlichen Höhenströmung, in der immer
wieder flache Randtröge eingelagert sind. Auch wenn die Frontalzone in 850 hPa
über Deutschland schon ziemlich verwaschen ist und kein scharfer sondern
vielmehr kontinuierlicher Übergang zwischen kühler Meeresluft polaren Ursprungs
im Nordwesten (mP) zu schwül-warmer Subtropikluft im Südosten (mSp) vorhanden
ist, so sorgen die Kurzwellentröge immer wieder für eine kleinräumige
Reaktivierungen und vorübergehende Drängungen im Thetafeld.
Auch wenn die genauen räumlichen und zeitlichen Details aufgrund der
beschriebenen Konstellation bereits am Freitag mit größeren Unsicherheiten
behaftet sind, deutet sich eine Dreiteilung des Wettergeschehens über
Deutschland an:
Im Nordwesten sorgt ein Bodentrog vermehrt für Schauer und vereinzelt kurze
Gewitter.
Im Südosten - primär südlich der Donau - sorgt die Interaktion von KWT und
Frontenresten über dem Alpenraum für länger anhaltende, teils kräftige
Regenfälle, im Falle eingelagerter Gewitter potentiell sogar bis in die Nähe des
Unwetterbereichs mit mehr als 50 l/qm binnen 6 Stunden.
Sonst sind im Bereich kompensatorischen Absinkens bei einem freundlichen Mix aus
Sonne und Wolken kaum Schauer zu verzeichnen. Die Temperaturspanne liegt
zwischen 20 und 26°C mit den höchsten Werten zwischen Oberrhein und Lausitz.
Am Samstag stößt die Achse des Landwellentroges weiter südlich bis ins Seegebiet
westlich von Portugal vor. An der südwestlichen Höhenströmung über Deutschland
ändert das wenig, sie kommt lediglich etwas glatter als noch am Vortag daher,
strömungsparallel darunter liegt nach wie vor die aufgeweichte Luftmassengrenze.
Bodennah kann sich aber ein flacher Keil vom Hoch westlich von Irland bis zur
nördlichen Landesmitte schieben. Das Wetter über Deutschland ist somit nicht
"astrein", einzelne Schauer aber insgesamt selten. Von den Alpen bis nach
Niederbayern kann es zeitweise auch noch länger regnen. Inwieweit zum Abend eine
flache über dem Zentralmassiv ansetzende Welle im Südwesten wirksam wird, ist
noch sehr unsicher. Bei den Temperaturen gibt es wenig Bewegung.
Am Sonntag kommt der Trog in seinem Südteil etwas weiter ostwärts voran, im
Bereich Kap Finisterre ist voraussichtlich ein eigenes Drehzentrum eingelagert,
wodurch die Strömung hierzulande etwas aufsteilt. Dadurch, dass mittlerweile am
Rande des Großbritannienhochkeils über der Nordsee die bodennahe Strömung bei
uns mehrheitlich auf Nordwest bis Nord gekippt ist, erhöhen sich in der Folge
die Tendenzen zu einer Gegenstromsituation und Aufgleitvorgängen, die sich auch
in der Feuchtezunahme in 700 hPa äußern. Die unmittelbaren Folgen sind nicht nur
Schauer, sondern gebietsweise schauerartige Regenfälle mit Schwerpunkt
voraussichtlich eher in der Südhälfte.
Zur neuen Woche zieht das erwähnte Höhentief von der Iberischen Halbinsel über
den Alpenraum hinweg ostwärts und entfacht dadurch eine Vb-artige Entwicklung
mit allerdings - Stand jetzt - sehr östlicher Zugbahn. In diesem Zusammenhang
sind zeit- und gebietsweise vom Süden bis in die Mitte Deutschlands mindestens
markante, eventuell auch unwetterartige Starkregenfälle zu erwarten. Ob diese
vorübergehend auch bis in den Norden vorankommen, ist wie die genaue zeitliche
und räumliche Einordnung noch sehr unsicher. Tendenziell bleibt es von den
Küsten bis zu zentralen Mittelgebirgen aber am Rande des Rückens, der sich von
Nordsee bis nach Ostgrönland ausweitet, ruhiger und oft trocken. Trogreste des
übrig gebliebenen Residuums des Langwellentroges ziehen sich derweil zur Ostsee
zurück. Bei den Temperaturen passiert generell wenig.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Grundsätzlich ist die Konsistenz recht hoch, die synoptisch-skaligen Strukturen
laufübergreifend ähnlich simuliert. Problem bei der Wetterlage ist, dass
kleinste Änderungen enorme Auswirkungen haben können. Vor allem stellt sich die
Frage zum Wochenstart mit Übergreifen des eigenständigen Höhentiefs von
Frankreich. Wie diffluent ist die Vorderseite? Wie weit südlich setzt es an?
Inwieweit werden hochenergetische Luftmassen von der Adria mit einbezogen? Der
Trend im aktuellen Lauf geht hin zu einer südlichen Lösung, womit der Norden
Deutschlands weitgehend außen vor wäre, was aktuell noch nichts heißen muss.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Unabhängig von der leicht flatternden Südwestströmung, die bis zum Ende der
Woche mal mehr, mal weniger Schaueraktivität nach sich zieht, liegt das
Hauptaugenmerk und auch der maßgebliche Modellunterschied auch bei anderen
Globalmodellen bei der Einschätzung der Tiefzugbahn zum Wochenanfang.
ICON und UK10 favorisieren bei ihren 00z Läufen nach wie vor eine nördliche
Variante. Im Süden und Südosten würde es bei einer kräftigen Föhnlage zunächst
nochmals heiß, bevor im Verlauf schwere Gewitter drohen würden. Länger
anhaltende, teils kräftige Niederschläge könnten dann potentiell landesweit und
somit auch in Küstennähe auftreten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Obschon eine gewissen Bandbreite der Temperaturkurven schon gegeben ist (wenig
verwunderlich bei einer aufgeweichten Luftmassengrenze), so ist die Bündelung
doch noch recht dicht beieinander und schwankt bis einschließlich Sonntag meist
zwischen rund 5°C in 850 hPa im Nordwesten und knapp 15°C im Südosten des
Landes. Damit ist auch klar, dass bei nur kleinerer Aufsteilung der Strömung hin
zu etwas mehr Antizyklonalität (heiter und trocken) die 30°C-Marke im Süden und
Südosten rasch wieder in Sichtweite gerät.
Zum Wochenwechsel geht die Spreizung extrem auseinander. Selbst im Norden gibt
es wieder Varianten bis 15°C in 850 hPa, wenngleich der Median noch vielfach
unter 10°C verbleibt.
Zudem gibt es Erfreuliches von den RR-ENs zu berichten, die auch in der
erweiterten Mittelfrist immer wieder einzelne Spitzen anbieten. Insofern ist,
trotz extrem inhomogener Verteilung der Niederschläge zumindest erstmal keine
weitere Trockenperiode absehbar.
CLUSTER:
Satte 6 Cluster werden im Zeitraum 120-168h (So-Di) bereits angeboten. Das sieht
man auch nicht alle Tage. Es verdeutlicht bereits, welch große Probleme die
Modelle mit der Bewertung der bevorstehenden Lage haben. Interessanterweise wird
in der Mehrzahl der Ens der Bodenhochkeil sehr stark betont, ein Ausgreifen bis
in den Norden scheint demnach sehr unwahrscheinlich.
In der erweiterten Mittelfrist dominieren die Lösungen mit dem Regime NAO-, bei
denen sich ein negativ geneigter Trog von UK und Frankreich kommenden langsam
bis nach Deutschland bohrt. Eine Wetterberuhigung wäre somit nur von kurzer
Dauer.
FAZIT:
Bei wenig Temperaturänderung zunächst wechselhaft mit einzelnen Schauern und
Gewittern, die zum Wochenende im Norden allmählich abklingen. Im Süden und der
Mitte zunächst latentes, zum Anfang der kommenden Woche erhöhtes
Starkregenpotential bis in den Unwetterbereich hinein. Zeitliche und räumliche
Details aber noch sehr unsicher! Nachfolgend voraussichtlich nur kurze
Wetterberuhigung.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER/STARKREGEN:
Am Freitag gibt es im Bereich der Frontenreste von der Probabilistik geringe
Signale (< 20%) für mehr als 30 l/qm binnen 24h von den Alpen bis nach
Niederbayern.
Die beteiligte Luftmasse in der Südhälfte mit niederschlagbarem Wassergehalt von
30-40 mm, dazu (endlich) großräumiger synoptisch-skaliger Antrieb, hochreichende
Sättigung und eine Gegenstromsituation mit langlebigem Aufgleiten. Die
Rahmenbedingungen für eine Starkregenlage bis in den Unwetterbereich hinein zum
Wochenwechsel und Beginn der neuen Woche sind zweifelsohne gegeben, die Signale
im EFI/Ens bis dato aber noch sehr überschaubar. Auch einer kurzzeitigen
Föhnlage wird aktuell noch nicht allzu viel Gewicht beibemessen. Hier heißt es
einfach noch Abwarten und Tee trinken...eventuell spielt die Hauptmusik dann
letzten Endes auch weiter südlich und östlich des Vorhersagebereiches.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen