Thema des Tages
14-08-2026 13:20
Wetter aktuell
Hitze ade?
Die Wetterlage stellt sich um, aber tut sie das auch nachhaltig?
Welche Temperaturen uns dann noch erwarten und ob es denn endlich
auch den langersehnten Regen für alle gibt, ist im heutigen Thema des
Tages nachzulesen.
Bevor sich im Laufe des Wochenendes die Wetterlage grundlegend
umstellt und damit der Zufuhr von heißen Luftmassen der Garaus
gemacht wird, bekommen wir es am heutigen Freitag nochmals verbreitet
mit großer Hitze zu tun. Hoch RALF verabschiedet sich zwar langsam
aber sicher nach Osteuropa, doch an dessen Westflanke gerät bodennah
nochmals ein Schwall heißer Luft von der Iberischen Halbinsel zu uns,
sodass im Südwesten örtlich 39 Grad erreicht werden. Aber auch sonst
wird die 30-Grad-Marke fast überall geknackt. Nur direkt an der See
bleibt es bei auflandigem Wind etwas weniger heiß. Da die Luftmasse
zunächst auch noch sehr trocken ist, zeigt sich am frühen Nachmittag
über ganz Deutschland keine einzige Wolke.
Am Samstag nähert sich die Kaltfront eines Tiefs über Skandinavien
dem Nordwesten an und in Verbindung damit nimmt die Bewölkung zu. Vom
Südwesten und Westen bis in den Norden gibt es im Tagesverlauf
einzelne, teils kräftige Gewitter. Eine verbreitete Unwetterlage
stellt sich aber nicht ein. Lokal reicht es jedoch für Starkregen,
kleinkörnigen Hagel und vor allem Sturmböen oder schwere Sturmböen
zwischen 75 und 95 km/h (Bft 9-10). Das größte Gefahrenpotential geht
daher vom Wind aus, da die anhaltende Trockenheit den Bäumen
teilweise sehr zugesetzt hat und dadurch Äste leicht abbrechen oder
ganze Bäume umstürzen können. In der Südosthälfte heizt die Sonne
nochmals kräftig ein, sodass dort erneut ein sehr heißer Tag mit
Höchstwerten zwischen 33 und 38 Grad auf der Agenda steht. In der
Nacht zum Sonntag kommt die Kaltfront samt gebietsweisem
schauerartigem Regen und einzelnen Gewittern südostwärts voran und
erreicht am Sonntagmorgen eine Linie Saarland-Lausitz. Auf die Fläche
bezogen fallen aber nur wenige Liter pro Quadratmeter Regen. Nur
lokal kann es bei kräftigen Gewittern auch mehr Niederschlag geben.
Eine Linderung der Trockenheit findet also nicht statt.
Am Sonntag wird die Hitze dann immer mehr nach Süden abgedrängt und
dort gibt es bei schwülwarmen bis schwülheißen 28 bis 32 Grad neben
etwas Sonne mächtige Quellwolken, die sich zu teils kräftigen
Schauern und Gewittern ausbauen. Im Norden und der Mitte gibt es
einen überwiegend trockenen Mix aus Sonne und Wolken und das ganze
bei angenehm warmen 20 bis 27 Grad.
Inwiefern in der kommenden Woche der so dringend benötigte Regen
fallen wird, muss abgewartet werden. Zunächst regnet es in der Nacht
zum Montag im Süden gebietsweise schauerartig verstärkt und auch am
Montag folgt dort weiterer Regen nach. Ansonsten fallen nur im
Küstenumfeld ein paar Schauer, in den restlichen Landesteilen bildet
Regen zum Wochenstart bei wechselnder Bewölkung die Ausnahme. Bis
Montagabend fallen in der Fläche im Norden und der Mitte akkumuliert
meist 1 bis 8, örtlich um 15 l/qm. Südlich der Donau kommen 15 bis
30, örtlich um 40 l/qm vom Himmel.
Auch wenn der Regen in weiten Landesteilen nicht sehr üppig ausfällt,
so ist die hochsommerliche Hitze aber zunächst Geschichte, denn aus
Westen und Nordwesten fließt nur noch mäßig warme bis warme
Meeresluft zu uns.
In den Folgetagen überqueren dann wahrscheinlich weitere
Frontensysteme Deutschland, doch die Prognosen gestalten sich
schwierig und die Modellunsicherheiten sind groß. Eine verlässliche
Niederschlagsprognose ist daher nicht möglich. Die Höchsttemperaturen
zeigen ein Nord-Süd-Gefälle und bewegen sich mit Werten zwischen 20
und 27 Grad im Norden und 25 bis 30 Grad im Süden auf
durchschnittlichem mitteleuropäischen Sommerniveau.
Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.08.2026
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