Thema des Tages
06-08-2026 14:20
Wetter aktuell
Schweißtreibender QUIRIAKUS
Die Abkühlung durch Tief JUSTINE ist nur von kurzer Dauer. In den
kommenden Tagen wird Hoch QUIRIAKUS wetterbestimmend. Zusammen mit
einem Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt er erneut für einen
heißen Witterungsabschnitt. Das dies genau bedeutet, beleuchtet heute
das Thema des Tages.
Es hätte so schön sein können. Nachdem Tief JUSTINE kühlere Luft zu
uns geschaufelt hat, wäre die Freude über eine längere Phase mit
Höchstwerten unter 30 °C sicherlich groß gewesen. Höchstwerte von
knapp unter 30 °C im August werden eigentlich als "sehr warm"
bezeichnet. In diesem Ausnahmesommer ist man aber geneigt, dafür den
Ausdruck "kühl" zu verwenden. Neben den "kühleren" Temperaturen stand
auf der einen oder anderen sommerlichen Wunschliste sicherlich auch
ein schöner Landregen. Der hätte nicht nur die Vegetation mit
dringend benötigtem Wasser versorgen, sondern ebenso - wenn auch mit
einer gewissen Verzögerung - die Flusspegel ansteigen lassen können.
Beim Blick auf die kommenden Tage zeichnet sich in den
Vorhersagemodellen allerdings ein deutlich anderer Ablauf an. Von
Westen schiebt sich das Hoch QUIRIAKUS zu uns nach Mitteleuropa
(Abbildung 1), schon am Wochenende wandert es dann weiter nach Polen.
Da sich dann zudem über der Iberischen Halbinsel ein Tiefdruckgebiet
etabliert, kann zwischen den beiden Druckgebilden von Süden bzw.
Südwesten wieder wärmere Luft advehiert werden.
Damit steigen die Temperaturen wieder an. Dies zeigt die Abbildung 2.
Die hier dargestellten Ergebnisse basieren auf MOSMIX, einem auf dem
DWD-Modell ICON und dem Modell IFS des Europäischen Zentrums für
Mittelfristige Wettervorhersage basierenden Kombiprodukt, bei den die
Ergebnisse nochmal statistisch überarbeitet werden. Während am
Samstag bei den Höchsttemperaturen in Deutschland bei 32 °C meist
Schluss ist (im Raum Mannheim/Ludwigshafen werden Temperaturen
jenseits der 32 °C-Marke ganz vorsichtig angedeutet), stößt die 32
°C-Isotherme am Sonntag schon wieder bis in den Raum Berlin und nach
Hannover vor. Dann kann es im Rhein-Main-Gebiet, am Neckar und an
einigen Rheinabschnitten auch schon wieder an die 35 °C warm werden.
Und während die Nordosthälfte am Samstag wohl noch fast überall
Spitzenwerte unter 28 °C aufweisen wird, gilt dies am Sonntag nur
noch für das Küstenumfeld. Damit dürfte QUIRIAKUS für einige
Schweißtropfen sorgen.
Neben den hohen Temperaturen droht auch wieder ein trockenes
Wochenende. Es gibt nur geringe Chancen auf ein paar Tropfen, am
größten sind diese in und an den Alpen, an den Küsten und im
Südwesten. Als Hochdruckgebiet sorgt QUIRIAKUS für Absinken und
Wolkenauflösung, und auch wenn ihm aus der Höhe die dynamische
Unterstützung durch einen Höhenrücken fehlt, so zeigt sich doch sehr
oft die Sonne.
Das bildet sich auch in weiteren DWD-Produkten ab, beispielsweise im
UV-Index oder im Waldbrandgefahrenindex (WBI), beide in Abbildung 3
zu sehen. Der UV-Index, in der Abbildung 3 auf der linken Seite
dargestellt, ist im Süden höher als im Norden, weil sich am Samstag
auf der Nordflanke des Hochs in den Norden ein paar Wolkenfelder
schieben. Am Sonntag dürfte der UV-Index dann etwas gleichmäßiger
verteilt sein, wenngleich man abwarten muss, wie stark sich die hohen
Wolkenfelder, die von den Modellen simuliert werden, letztendlich
bemerkbar machen. Auf der rechten Seite der Abbildung 3 findet sich
dann der WBI für Samstag. Mit niedrigen Werten heben sich der
Südosten sowie größere Teile des Nordostens hervor, also die
Regionen, die in den vergangenen sieben Tagen recht viel Niederschlag
abbekommen haben. Perspektivisch sollten diese Werte aber wieder
ansteigen, da - wie gesagt - kaum Regen zu erwarten ist. Folglich
könnte im Süden und in der Mitte, wo der WBI schon aktuell mit Stufe
vier auf der zweithöchsten Stufe rangiert, auch wieder die Stufe 5
erreicht werden.
Das dies nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, sieht man in
Abbildung 4. Sie zeigt für Wiesbaden die erwartete
Temperaturentwicklung in rot (oben) sowie die erwarteten
Niederschläge (unten), jeweils mit den dazugehörigen
Unsicherheitsintervallen. Schwache Niederschlagssignale zeigen sich
nur aus dem Sonntag heraus und zu Beginn der Woche. Dazu pendeln die
Höchstwerte wieder um 30 °C, teils kratzen sie sogar an der 35
°C-Marke. Im Vorteil ist diesbezüglich der Norden, dort wird es nicht
ganz so heiß.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.08.2026
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