DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

03-08-2026 17:01
SXEU31 DWAV 031800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 03.08.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Teils schwere Gewitter

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... ist die südwestliche Höhenströmung fast linear, aber eben nur fast.
Kleine kurzwellige Anteile aus der Zyklone westlich der Britischen Inseln sorgen
hier und da für Hebung, die in der eingeflossenen feucht-heißen Luft Gewitter
auslösen. Am Boden ist tendenziell Tiefdruckeinfluss vorherrschend, mit einer
Tiefdruckrinne quer über der Mitte Deutschlands, die die heiße Luft (>20 Grad in
850 hPa) allmählich nordwärts schiebt. Bei ppw >30mm ist Starkregen an Gewittern
gesichert, da es aber auch noch trockene Füße (inverses V) gibt, ist auch
vereinzelt mit schweren Sturmböen (Bft 11) zu rechnen. Die Scherung ist nicht
berauschend, daher Hagel eher in untergeordneter Rolle.
In den späteren Abendstunden zieht die erste Kurzwelle ost-nordostwärts ab.
Allerdings bleibt der Tiefdruck erhalten. Von Frankreich her folgt alsbald auch
eine neue Welle, die erneut Gewitter auslöst, die von Starkregen und Sturmböen
begleitet sein können. Wo genau die lang ziehen ist noch ein Geheimnis, der
Bereich lässt sich auf den Westen und Nordwesten Deutschlands als Initialorte
eingrenzen, im Laufe der Nacht findet die Verlagerung über die nördliche Mitte
in den Norden und gegen Morgen auch Nordosten (ICON) oder Osten (IFS) statt.
Nach Südosten hin sorgt die aufsteilende Strömung für ruhiges Wetter in der
Nacht.

Dienstag ... ist die Lage nicht großartig anders: Die Höhenströmung hat
weiterhin Südwest, wird aber von unterschiedlich simulierten kurzwelligen
Anteilen gehoben. Am Boden herrscht tiefer Druck vor. Aus der Nacht heraus sind
Gewitter an einer Welle im Norden/Nordosten oder Osten unterwegs. Starkregen und
Sturmböen sind wahrscheinlich, auch Hagel ist möglich. Sonst bilden sich in
feucht-heißer Luft im Vormittagsverlauf einzelne Gewitter, die anfangs nur
kurzlebig sind, bei ppw zwischen 30 und 40 mm aber viel Wasser in kurzer Zeit
bringen können. Vor allem im Norden und Osten wird tagsüber mächtig CAPE
aufgebaut (2000-2300 J/kg), nach Süden hin liegen die Werte um 1200 J/kg. Am
Nachmittag sind kräftige Gewitter in der gesamten Republik möglich. Das
Potenzial für Unwetter durch heftigen Starkregen ist gegeben. Im Osten und
Norden ist auch größerer Hagel möglich, im Süden sind schwere Sturmböen (Bft 10)
oder mehr ein Thema.
In der Nacht zum Mittwoch könnte dann ein MCS aus Frankreich auf den Westen
übergreifen und sich nordostwärts verlagern. Nach Osten und Süden könnte sich
die Lage beruhigen. Es gibt aber noch viele Fragezeichen.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... hat sich zur Frühübersicht nichts geändert.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Vorhersage unterliegt ab Dienstag großen Unsicherheiten. Die Strömungsmuster
sind zwar sehr ähnlich, aber die Ergebnisse, die daraus resultieren variieren
stark.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jacqueline Kernn