Thema des Tages
05-07-2026 11:20
Wetter aktuell
Erwartet uns eine neue Hitzewelle?
Am heutigen Sonntag zeigt sich das Wetter von seiner wechselhaften
Seite. Verbreitet hochsommerliche Temperaturen sind zunächst nicht zu
erwarten. In der zweiten Wochenhälfte scheint sich die Hitze von
Südwesten aber wieder durchzusetzen. Erwartet uns somit die nächste
intensive Hitzewelle?
Hoch JOCHEN sorgt im Südwesten des Landes aktuell für meist ruhiges
Sommerwetter. Gleichzeitig wird die Nordosthälfte immer wieder von
Frontensystemen beeinflusst, die für schauerartige, teils auch
gewittrige Niederschläge sorgen. Dazu weht ein zeitweise starker
Nordwestwind. Vor allem an exponierten Küstenabschnitten treten
einzelne stürmische Böen (Bft 8) auf.
Zu Wochenbeginn verstärkt sich die Wetterzweiteilung zwischen dem
Südwesten und dem Nordosten des Landes. Im Südwesten gibt es bei viel
Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen um 30 Grad bestes
Badewetter. Im Nordosten sorgt dagegen ein heranziehender
kurzwelliger Trog für neue, teils auch länger anhaltende
Niederschläge. Damit liegen dort die Höchsttemperaturen lediglich bei
maximal 20 Grad. In Verbindung mit einem weiterhin recht lebhaften
Nordwest- bis Westwind stellt sich in dieser Region zumindest gefühlt
bereits eine frühherbstliche Witterung ein.
Zur Wochenmitte dehnt sich der Höhenrücken über Westeuropa allmählich
nach Osten aus, sodass in der zweiten Wochenhälfte auch die
Nordosthälfte vermehrt unter Hochdruckeinfluss gerät. Der ausgeprägte
Rücken wird dabei von zwei Trögen flankiert. Außerdem ergeben sich im
Geopotentialfeld kleinere Schwachstellen, die mit schwach
ausgeprägten Bodentiefs in Verbindung stehen. Damit strömen in der
zweiten Wochenhälfte im Vorfeld dieser Tiefdruckstörungen über
Westeuropa zunehmend sehr heiße Luftmassen von Südwesten nach
Deutschland. Dabei bestehen aber noch größere Unsicherheiten. Die
genaue Lage dieser Druckgebilde ist nicht nur für die Entwicklung
potenzieller Gewitter wichtig, sondern auch für die
Temperaturentwicklung.
Am Donnerstag liegt das Bundesgebiet voraussichtlich noch verbreitet
unter Hochdruckeinfluss. Damit herrscht in weiten Landesteilen bei
viel Sonnenschein bestes Badewetter. In den Niederungen des
Südwestens tritt bereits eine starke Wärmebelastung auf. Entlang des
Oberrheins sind Spitzenwerte von knapp 35 Grad möglich.
Am Freitag kommt die Hitze voraussichtlich noch etwas weiter nach
Nordosten voran. Im Südwesten strömen zudem auch feuchtere Luftmassen
heran, sodass vor allem über dem südwestdeutschen Bergland erste
kräftige Gewitter mit lokalem Unwetterpotenzial möglich sind. Die
Höchstwerte liegen am Freitag verbreitet bei 30 bis 35 Grad. In den
Niederungen im Südwesten kann es stellenweise auch noch etwas heißer
werden. Lediglich in Küstennähe und im Nordosten wird die
Hitzegradmarke von 30 Grad voraussichtlich nicht erreicht.
Am Wochenende nehmen die Unsicherheiten weiter zu. Nach aktuellem
Stand ist jedoch eine weitere leichte Zunahme der Hitze sowie eine
Ausdehnung nach Norden und Nordosten am wahrscheinlichsten. In der
Südwesthälfte sind in den Niederungen Spitzenwerte um 35 Grad häufig
zu erwarten. Durch die heiße und teils auch sehr feuchte Luftmasse
steigt die Wärmebelastung deutlich an. Vor allem hinsichtlich der
Intensität und Ausdehnung der Hitze bestehen jedoch noch größere
Unsicherheiten. Eine extreme Hitzewelle mit verbreitet neuen
Rekordwerten, wie wir sie Ende Juni dieses Jahres erlebt hatten ist
allerdings unwahrscheinlich. Trotzdem stehen uns vor allem im
Südwesten einige sehr heiße Tage bevor. Damit ist wieder einmal
Schwitzen angesagt!
M.Sc.-Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.07.2026
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