Thema des Tages

22-06-2026 12:50


Wetter aktuell

Sommer, Sonne, Hitze


Am gestrigen Sonntag war auf der Nordhalbkugel der astronomische
Sommeranfang. Auch das Wetter präsentiert sich momentan typisch
sommerlich, hält das weiterhin so an? Das wird im heutigen Thema des
Tages erläutert.


Haupttext
Am Vormittag des gestrigen Sonntags (21.06.2026) war auf der
Nordhalbkugel astronomischer Sommeranfang. Dabei steht die Sonne über
dem nördlichen Wendekreis (circa 23 Grad Nord) im Zenit. Der
astronomische Sommeranfang ist dementsprechend der längste Tag,
gleichzeitig ist die Nacht am kürzesten.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. Juni Sommer. Dies hat
statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich
Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn
man hierfür komplette Monate betrachtet, als Beispiel für den Sommer
die Monate Juni, Juli und August. Würde man sich hierbei auf die
astronomischen Daten beziehen, so müsste man den jährlich variablen
Anfang und das variable Ende der Jahreszeiten beachten, was jede
Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Frühsommer mit der Blüte des Holunders, was
in diesem Jahr am 20. Mai (vieljähriges Mittel: 25. Mai) der Fall
war. Seit dem 13. Juni (vieljähriges Mittel: 17. Juni) befinden wir
uns nun im Hochsommer, wobei der Beginn mit der Blüte der
Sommer-Linde einhergeht. Statistisch gesehen begann somit sowohl der
Früh- als auch der Hochsommer wenige Tage früher als im vieljährigen
Mittel.

Und wie präsentiert sich das Wetter in der neuen Woche? Lautet das
Motto weiterhin "Sommer, Sonne, Hitze"? Diese Frage lässt sich
zusammengefasst ohne längere Ausführungen definitiv bejahen.

Im Süden und in weiten Teilen der Mitte werden am heutigen Montag
Höchsttemperaturen von heißen 30 bis 37 Grad erwartet. Diese Luft
fühlt sich aber nicht nur heiß, sondern auch recht feucht und damit
schwül an. In diesen Regionen besteht somit eine starke, im Südwesten
sogar eine extreme Wärmebelastung. Dies liegt auch daran, dass die
nächtliche Abkühlung die Temperaturen dort oft nicht oder nur wenig
unter die 20-Grad-Marke drückt. Das kann für den Körper belastend
sein, da er dann auch nachts nicht wirklich zur Ruhe kommen kann.

Diese energiereiche Luft birgt zudem das Potential für einzelne
kräftige Schauer und Gewitter. Lokal besteht dabei Unwettergefahr
aufgrund von heftigem Starkregen, Hagel kann ebenfalls mit von der
Partie sein.

Im Norden und Osten Deutschlands merkt man davon erst einmal nichts.
Am Rande von Hoch HARTMUT mit Zentrum über der Nordsee ist etwas
"kühlere" und zudem trockenere Luft eingeflossen. Bei durchaus
annehmbaren Höchsttemperaturen von 23 bis 30 Grad scheint vielerorts
länger die Sonne. Nachts gehen die Temperaturen zudem zurück auf
Werte zwischen 16 und 12 Grad, im äußersten Norden und Nordosten
sogar auf bis zu 9 Grad.

Am morgigen Dienstag ändert sich an alldem vorerst nichts. Im Süden
und in weiten Teilen der Mitte sind Höchsttemperaturen von
schwülheißen 30 bis 37 Grad zu erwarten. Das Gewitterpotential sollte
sich aber meist auf den äußersten Süden und Südosten sowie auf das
Bergland beschränken. Im Norden und Osten Deutschlands kann der
Sommer bei Höchsttemperaturen von 24 bis 30 Grad weiterhin genossen
werden.

Ab Mitte der Woche dehnt sich die Hitze wieder auf den Norden aus.
Zudem werden im Südwesten Höchsttemperaturen von bis zu 39 Grad
erwartet, lokal könnte es für knapp 40 Grad reichen, was allerdings
noch unsicher ist und daher abgewartet werden muss. Auch an den
darauffolgenden Tagen deutet sich erst einmal keine Abkühlung an.

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.06.2026

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