DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

22-06-2026 10:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 22.06.2026 um 10.30 UTC



Fortsetzung der Hitzewelle und zunächst nur lokale Schauer und Gewitter. Ab dem
Wochenende zunehmende Gewitterneigung, von Nordwesten allmählich leicht
zurückgehende Temperaturen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 29.06.2026


Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum beginnend am kommenden Donnerstag setzt
sich die Hitzewelle weiter fort und erreicht voraussichtlich am Freitag und
Samstag ihren Höhepunkt.
Dabei zeigt sich in der Höhe ein ausgeprägtes Omegamuster, mit einem kräftigen
Höhenrücken, der sich vom westlichen Mittelmeerraum bis nach Skandinavien
erstreckt und dessen Achse über Deutschland hinweg verläuft.

Dieses Muster wandert nachfolgend langsam ostwärts, sodass allmählich ein
Höhentrog nebst Tiefdruckrinne am Boden über Westeuropa an Bedeutung für unser
Wetter gewinnt. Zunächst mal bedeutet diese Konstellation, dass sich die Zufuhr
sehr heißer Luft noch etwas verstärkt. So muss am Freitag nahezu landesweit mit
Höchstwerten zwischen 35 und 39 Grad gerechnet werden, im Südwesten sind örtlich
auch Temperaturen bis 40 Grad zu erwarten. Auch im Norden wird es heiß, etwas
niedrigere Temperaturen findet man nur noch auf den Inseln. Somit setzt sich die
teils sehr hohe Wärmebelastung hierzulande fort.

Niederschläge treten zunächst nur vereinzelt in Form lokaler Schauer und teils
kräftiger Hitzegewitter auf.
Ab dem Wochenende nimmt die Schauer- und Gewitterneigung zu. Denn mit Annäherung
des Troges setzt auch bei uns Druckfall ein und eine erste Tiefdruckrinne greift
am Samstag von Westen über, in der sich dann vor allem in der Westhälfte
häufiger Schauer und Gewitter entwickeln.

Ab Sonntag gelangen wird zunehmend auf die Trogvorderseite. Dabei erreicht die
Kaltfront eines Tiefs über Skandinavien den äußersten Norden Deutschlands. Sie
kommt allerdings durch eine Wellenbildung über Großbritannien und der Nordsee
zunächst kaum weiter landeinwärts voran. Vorderseitig bilden sich aber vermehrt
Schauer und teils kräftige Gewitter.

Etwas mehr Dynamik kommt dann am Montag ins Spiel. Dabei schwenkt ein Randtrog
über den Nordwesten und Norden Deutschlands hinweg. Die Kaltfront kommt
südostwärts über Deutschland voran, gelangt aber voraussichtlich über der Mitte
ins Schleifen. Somit muss mit Frontpassage aber auch präfrontal gebietsweise mit
teils kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Postfrontal fließt eine
etwas kühlere Luft ein, sodass im Nordwesten und Norden die Höchstwerte meist
unter 30 Grad liegen werden, während in den weiteren Landesteilen ein weiterer
Hitzetag bevorsteht.

In der erweiterten Mittelfrist deutet sich aber an, dass die große Hitze auch
aus der Mitte und dem Süden verdrängt wird. Zudem gelangen wir in den
Einflussbereich des Troges, sodass gebietsweise weitre Niederschläge zu erwarten
sind.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des EZMW-Modells kann über den gesamten Vorhersagezeitraum als
gut bezeichnet werden. Geringe Unterschiede das Tempo betreffend gibt es nur
bezüglich des Troges, der am kommenden Wochenende und zu Beginn der neuen Woche
auf uns übergreifen soll und möglicherweise die extreme Hitze aus Deutschland
verdrängt. Er wird mit dem heutigen 00 UTC Lauf etwas schneller und weiter
südostwärts vorankommend gerechnet als in den Vorläufen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Der Modellvergleich zeigt ab Samstag erste größere Unterschiede. So kommt die
beschriebene Tiefdruckrinne auf Basis von ICON und GFS schon weiter nach Osten
voran als bei IFS und UK10, sodass sich der Schwerpunkt der Gewitter nicht nur
auf die Westhälfte beschränken würde.
Die Annäherung des Troges bzw. dessen Übergreifen wird mit Ausnahme von GFS
übereinstimmend gezeigt. Bezüglich der Frontpassage gibt es noch leichte
Unterschiede, was wiederum Auswirkungen auf die Gewitter- und die
Temperaturentwicklung hat.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen einen
einheitlichen Verlauf. So zeigt der Temperaturverlauf zunächst einen Anstieg und
erreicht am Freitag und Samstag seinen Höheprunkt. Dabei ist quasi kein Spread
vorhanden. Ab Sonntag zeigt sich ein Rückgang der Temperatur. Zwar nimmt der
Spread etwas zu, die Mehrheit der Member folgt aber dem Hauptlauf. Insofern
besteht Hoffnung, dass die Hitzewelle in der neuen Woche ein Ende findet.

Niederschlagssignale sind zunächst kaum vorhanden, nehmen dann ab Sonntag zu und
bleiben in der neuen Woche mit Übergreifen des Troges erhalten.

Das AIFS Ensemble zeigt eine sehr ähnliche Verteilung und Entwicklung wie IFS.

Da Ensemble des GFS lässt die Temperaturen ab Montag zwar auch leicht
zurückgehen, insgesamt fällt die "Abkühlung" aber deutlich schwächer aus als bei
IFS, sodass die Hitze weiter anhalten würde.

Die Clusterung spricht ebenfalls eine eindeutige Sprache. So sind für die ersten
drei Zeiträume bis +240 h jeweils nur ein Cluster vorhanden.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Die hohe bis sehr hohe Wärmebelastung setzt sich nahezu landesweit fort. Erst ab
Montag könnte sich die Situation von Nordwesten allmählich entspannen.

Schauer und Gewitter treten zunächst nur vereinzelt auf. Ab dem Wochenende nimmt
die Gewitterneigung zu. In Verbindung damit muss mit markantem Starkregen, Hagel
und Sturmböen Bft 8 bis 9 gerechnet werden. Auch Unwetter sind vor allem
aufgrund von heftigem oder sogar extrem heftigem Starkregen und/oder größerem
Hagel wahrscheinlich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger