DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
08-06-2026 10:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 08.06.2026 um 10.30 UTC
Nach einem kühlen bis mäßig warmen und wechselhaften Beginn im Verlauf der
Mittelfrist von Südwesten Erwärmung auf ein sommerliches Temperaturniveau.
Zögernde Stabilisierung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 15.06.2026
Es ist mal wieder Zeit, sich der Mittelfrist zuzuwenden, die sich vom
Donnerstag, den 11. Juni bis zum kommenden Montag, den 15. Juni erstreckt. Bevor
wir uns aber diesen Zeitraum genauer anschauen, soll noch ein Blick auf die
letzte Telekonnektions-Analyse vom 17. Mai geworfen werden, der eine für Teile
Westeuropas teils historische Hitzewelle folgte. Kann man Ursachen ableiten, die
zu dieser Hitzeperiode geführt haben und kann man dies vielleicht auch auf die
aktuelle Mittelfrist anwenden? Zusätzlich erfolgt noch ein kurzes Update der
ENSO.
Wer diesen Bereich der Analyse auslassen möchte, kann gerne direkt bis zum
Abschnitt "AKTUELLE MITTELFRIST" springen.
Gehen wir nun aber einen Schritt zurück und zwar zur Mittelfrist vom 17. Mai.
Kurz zur Erinnerung: Nach einer zyklonal geprägten Witterung mit alpinem
Neuschnee sollte sich im weiteren Verlauf ein Keil in Richtung
West-/Mitteleuropa ausbilden. Allerdings wurde auch ein Kaltlufttropfen bis dato
sehr volatil bezüglich seiner Verlagerung berechnet, teils sich über Deutschland
festsetzend, jedoch mit nur geringer Unterstützung im Ensemble. Daher erging in
der damals (17. Mai) verfassten Mittelfrist das folgende Fazit: "[...] eine
schwül-warme und unbeständige Witterung mit Schauern/Gewittern [...]. Diese
Entwicklung steht aber, wie bereits erwähnt, auf sehr wackeligen Beinen und
hängt von der Zugbahn des Kaltlufttropfens ab." Sowie der Erkenntnis, dass "Ohne
den
Kaltlufttropfen [...] eine durchgreifende Erwärmung bis in den Osten der Republik
denkbar [wäre]."
Was dann aber in den kommenden 48h folgte, war zumindest beim Kontrolllauf des
IFS eine Variabilität der Extraklasse.
Als Beispiel dient Frankfurt am Main mit Blick auf den damals in der Mittelfrist
anstehenden Pfingstsonntag. Der am 17. Mai 00z initiierte IFS-Lauf lag beim Tmax
im IFS-ENS noch unterhalb des Interdezilbereichs (Tmax um oder etwas unter 20
Grad). Keine 24h später (18. Mai, 00Z initiiert) sprang dieser für den Sonntag
knapp über den Interdezilbereich des ENS (nun um 30 Grad zeigend), um 24h später
erneut darunter zu liegen (dann um 24 Grad). Der Median des IFS-ENS wurde
zwischen den Berechnungen vom 17. und 18. Mai für Pfingstsonntag ebenfalls um
5-6 Kelvin angehoben, was eine beachtliche Schwankung darstellt. Natürlich lässt
sich diese Variabilität der Numerik mit Blick auf die unsichere Verlagerung
eines Kaltlufttropfens erklären, doch gab es auch abseits dessen Wirkungsfeldes
enorme Anpassungen über West-/Nordwesteuropa. Die EFI 2m Temperatur (Maximum)
weitete sich innerhalb dieses Zeitraums rasant und letztendlich auch nachhaltig
aus mit einer deutlichen Erhöhung der EFI Werte.
Die Frage, die sich einem stellt ist nun die, wieso es in der Folge zu dieser
Entwicklung kam, die in West-/Nordwesteuropa in eine teils historische
Hitzewelle mündete?
Um uns dies näher anzuschauen wird die Information aus der "eddy kinetic energy"
Gleichung verwendet, die u.a. in Form zonaler Wellenflüsse die
Gruppengeschwindigkeit der Rossbywellen (und deren Verlagerung) hervorhebt.
Erfolgt ein Konvergieren dieser Energieflüsse, so weiten sich entsprechende
Wellenamplituden weiter aus, während stromauf die Wellen an Energie/Amplitude
einbüßen.
Diese Flüsse waren bis zum und vor dem 17. Mai einerseits schwache zonal nach
Mitteleuropa ausgerichtete (ergo: wechselhafte Witterung mit wiederholter
Regenerierung eines Langwellentroges über Mitteleuropa). Andererseits erfolgte
jedoch dominant eine Ausrichtung der Flüsse in Richtung des subtropischen
Nordatlantiks/Nordafrika, wo eine kräftige hochreichende/warme Antizyklone
gestützt wurde.
In der Folge (zum 17./18. Mai) kam es dann jedoch zu einem kompletten
Zusammenbruch dieser Flüsse mit einer Neuausrichtung der Vektoren. Diese
Entwicklung genau zu beschreiben würde den Rahmen der Mittelfrist deutlich
sprengen, doch wurde östlich von Australien ein Rossbywellenzug initiiert, der
sich in der Folge cross-äquatorial über den (durch eine MJO und
Kelvinwellenpassage) konvektionsreichen Ostpazifik ausgeweitet hat und von dort
entlang eines dominanten wave guide entlang der Ostküste der USA in Richtung
Nordatlantik geführt wurde. Hier richteten sich die Vektoren der zonalen
Energieflüsse fokussiert und mit hohen Absolutwerten in die sich stetig
kräftigende Antizyklone über Mittel-/Westeuropa (der klassische "traffic jam"
Effekt vor der Bildung einer blockierenden Antizyklone). Diese Entwicklung
entspricht u.a. dem pazifischen Pfad, wobei die Konfiguration ihre Hochzeit um
den 26/27. Mai hatte, bevor sich die Flüsse in der Folge stetig abschwächten,
was auch ein Abebben der Blockierungstendenz unserer Antizyklone zur Folge
hatte.
Von daher griffen folgende Mechanismen, die sich gegenseitig in vergleichsweise
kurzer Zeit gegenseitig aufschaukelten.
Die fokussierte zonale Wellenflusskonvergenz in die antizyklonal verformte Welle
über Westeuropa sorgt für ein quasi-stationäres Verhalten dieser Antizyklone. In
diese Antizyklone wurde nun die sehr PV-arme Luftmasse der bis dahin gestützten
Antizyklone über Nordafrika advehiert. Diese Advektion fiel wegen des sich nicht
manifestierenden Kaltlufttropfens letztendlich äußerst effektiv aus, wobei die
negative PV Advektion nicht nur die Welle weiter amplifizieren konnte, sondern
auch für ein zunehmend stationäres Wellenmuster führte - hier also sowohl durch
externe Wellenenergie, als auch durch PV-Advektion von Nordafrika hervorgerufen,
die beide Hand in Hand gingen.
Zuletzt erfolgt am Westrand der Antizyklone dank eines regen und amplifizierten
Jets beständig Advektion von hohen Absolutwerten an feuchter statischer Energie
(u.a. auch in Form hoher PWT Anomalien) in die Nordflanke der Antizyklone, was
unter dem Strich für die diabatische Entwicklung des Höhenrückens gut war:
feucht/warme Luftmassen in der Höhe stärken die Schichtdicke innerhalb der
mittleren Troposphäre mit dem mittlerweile allseits bekannten "heatdome " Effekt
in Form beständigem Absinkens/Abtrocknens/Verdunstens. Der genannte
cross-äquatoriale Wellenzug konnte jedoch nur kurz aufrechterhalten werden und
wich einem neuen Energiefluss, der von einer blockierenden Antizyklone über
Kanada eintraf.
Was sagt uns das nun? Zum einen kam sehr viel für die Entwicklung dieser
Hitzewelle zusammen, was innerhalb der Numerik zu großen Problemen führte, die
das "Aufschaukeln" bis hin zu Rekordwerden bei Schichtdicke und
Geopotenzialfläche ermöglichte. Da das ENS recht stabil auf die Blockierung
hinwies, lag das Eskalieren der Entwicklung weniger in den nicht erkannten neuen
Pfaden der Wellenflüsse, sondern wohl in der unsicheren Handhabe des
Kaltlufttropfens, dessen Abstinenz unter dem Strich das Zusammentreffen aller
Faktoren für das "Überperformen" ermöglichte.
Diese Entwicklung hob aber auch schön hervor, wieso wir die Entwicklung der ENSO
aktuell so genau verfolgen, denn eben diese weit südlich in (sub) tropischen
Gefilden ansetzenden Wellenflüsse sind es, die mit Neuausrichtung durch die sich
entwickelnde warme Phase der ENSO für ein Abschwächung des Zonaljets und einem
stagnierenden Verhalten der Wellen gut sein können.
Mit dem sich entwickelnden El Nino und der Atmosphäre/Ozeankopplung wird dann
der beschriebene Pfad vom Pazifik interessant, der bis jetzt eher nur temporär
durch Kelvinwellen/MJO Passagen konvektiv aktiviert wurde/wird (Vergleich der
Entwicklung des Geschwindigkeitspotenzials in 200 hPa). Mit dem einsetzenden El
Nino wird dieser Pfad dann allerdings nicht temporär, sondern konstant
aktiviert, was z.B. in aktuellen Hovmöller-Diagrammen des
Geschwindigkeitspotenzials für Juli bereits zu erkennen ist. In der Folge wirkt
sich der Einfluss des El Nino auch auf den tropischen Nordatlantik aus, deren
zunehmende Wasseroberflächentemperatur durch Störung der Walker Zirkulation in
agile Konvektion und letztendlich in einen sommerlichen Rossbywellenzug in
Richtung Nordatlantik/Europa münden kann. Dies hat jedoch einen solchen
Zeitversatz, dass das wohl eher erst Ende 2026 und dann 2027 von Interesse wird
(siehe IFS-ENS Vorhersage im tropischen Nordatlantik).
Früher hingegen wird der pazifische Pfad von Interesse, sollte sich zum Juli die
anhaltende Konvektion etablieren, was in Saisonalvorhersagen vom IFS-ENS und den
C3S Multi-Systemvorhersagen in augenscheinlich recht blockierungsfreudigen
Bedingungen mündet (Juli-September mit positiven Temperaturabweichungen und zu
trockenen Verhältnissen).
Die jüngste ENSO Vorhersage bestätigt die Trendaussage vom 17. Mai, wenngleich
die Vorhersage sogar noch etwas aggressiver geworden ist. Es stehen auf jeden
Fall (globaler Blick) spannende und wohl leider in den entsprechenden Regionen
auch "impact"-reiche Zeiten bevor.
Doch was nehmen wir von all dem für unsere aktuelle Mittefrist mit?
Im kanadisch/nordatlantischen/europäischen Sektor ist während der nun
anstehenden Mittelfrist mit einer deutlichen Abnahme der Rossbywellenverlagerung
auszugehen bis hin zu einem quasi-stationären bzw. gar retrograden Verhalten der
Tröge.
Worauf springen die Modelle wie das IFS an? Der Versuch einer Erklärung ist die
Passage einer mäßigen MJO in Richtung Ostpazifik (derweil drei tropische Systeme
im Pazifik initiierend), die die konvektive Aktivität im östlichen Bereich des
Pazifiks nun deutlich erhöht hat mit einer Zunahme rotationsfreier (rein
divergenter) Höhenwinde, mit deren Hilfe sich in der Folge ggf. ein
Rossbywellenzug etablieren kann. Zusätzlich scheint sich über den Golf von
Mexiko/Amerika in Richtung Nordatlantik ein günstiger wave guide zu etablieren.
Dies würde in der Folge den Polarfrontjet abschwächen und mäandrieren lassen,
während beim Phasing der Jets der Ast des Subtropenjets forciert wird.
Unsicher ist noch, wie stark diese Wellenflüsse konvergieren und ob diese ggf.
in eine Antizyklone gerichtet sind. Zusätzlich könnte diesem quasi-stationären
Verhalten der Rossbywellen eine Amplitudenverkürzung doch noch etwas
Progressivität entgegenbringen und es ist eher abzusehen, dass dieser Wellenzug
erneut nur von kurzer Dauer sein dürfte (im Hovmöller Diagramm des
Geschwindigkeitspotenzial in 200 hPa bereits vor der Monatsmitte nachlassend).
Zudem fällt der Troganteil über dem Nordatlantik im Vergleich zum Mai schwächer
aus und auch die reine negative PV Advektion von Nordafrika ist unsicher/fällt
schwächer aus (wird im aktuellen IFS-Lauf in der erweiterten Mittelfrist jedoch
mittlerweile angedeutet).
Somit erscheint aktuell eher eine stetige Zunahme des Geopotenzials über
Süd-/Südwesteuropa am wahrscheinlichsten, wobei wir am Nordrand gelegen eher von
kurzwelligen Anteilen touchiert werden. Dabei ist noch unsicher, wieviel Energie
jeweils in die flankierenden Langwellentröge gebracht wird, was später bei der
Clusteranalyse ebenfalls hervorgehoben wird. Das Potenzial für eine längere
Hitzewelle nach der Monatsmitte ist besonders für Südwest- und wohl auch
Westeuropa gegeben mit noch größeren Unsicherheiten, wie stark auch wir davon
betroffen sein werden. Die Streuung der Modelle inklusive Ensembleverfahren ist
dahingehend leider noch zu groß. Diese Entwicklung würde zur Monatsmitte und
somit zum Ende dieser Mittelfrist greifen.
Bis dahin starten wir aber noch mit einem PNA(-) induzierten Wellenzug von
Kanada kommend, der uns nochmal mit einem Schwung von Energie versorgt und einen
Trog über uns nach Osten drückt.
AKTUELLE MITTELFRIST:
Somit wird am Donnerstag, dem Start der Mittelfrist, ein Langwellentrog ostwärts
über Deutschland geführt, der mit einer höhenkalten Luftmasse von unter -25 Grad
in H5 und mäßiger Feuchte für einen wechselhaften Einstieg in die Mittelfrist
gut ist. Besonders im Norden, über die Mitte bis in den Osten herrscht rege
Schauer- und Gewittertätigkeit, gepaart mit teils größeren Sonnenfenstern.
Überregional sieht es eher nach pulsierender Kaltluftkonvektion aus mit
Graupel/kleinem Hagel und einigen stürmischen Böen (Bft 8) aus West (Warnfarbe
"gelb" bis lokal "ocker").
Rückseitig des Troges stellt sich eine leicht flatternde west-/nordwestliche
Höhenströmung ein, in der wiederholt Fronten/Wellen den Norden/Osten und anfangs
auch die Mitte passieren. Dabei regnet es am Freitag im Norden nennenswert mit
10 bis lokal 20 l/qm/24h, bevor dort die Niederschlagsintensität bis Sonntag auf
die Fläche gesehen sukzessive nachlässt. Zwischen den Front-/Wellenpassagen gibt
es aber auch immer wieder längere trockene Abschnitte. Eine feinere
Unterscheidung beim Wetterablauf macht aktuell noch wenig Sinn dank der im
Verlauf der Mittelfrist zunehmenden Modelldiskrepanz. Im Südwesten würde
hingegen hoher Luftdruck für eine überwiegend stabile Mittelfrist gut sein.
Zum Montag steigt das Geopotenzial von Südwesten weiter an und abseits von
Konvektion entlang der Orografie/im Alpenvorland wäre es somit ein meist
trockener und freundlicher bzw. sonniger Wochenbeginn.
Die Maxima liegen zum Beginn der Mittelfrist im kühlen bis mäßig warmen Bereich
(13 bis 20 Grad) und steigen Tag für Tag von Südwesten auf sommerliche Werte an.
Ab Sonntag sind den Oberrhein entlang auch hier und da Maxima um 30 Grad zu
erwarten, wobei noch unsicher ist, wie verbreitet die Hitzemarke "gerissen"
wird. Im Norden und Nordosten könnte sich die Wärme jedoch schwer tun mit Maxima
unterhalb der Sommermarke, was aber letztendlich von der Lage der Keilachse und
der Anströmung abhängt.
Die Minima liegen anfangs zwischen 12 und 6 Grad, im Bergland teils um 4 Grad,
fallen jedoch bis zum Ende der Mittelfrist immer milder aus (Nacht zum Dienstag
16 bis 11 Grad).
Der küstennah von Südwest auf Nordwest drehende Wind frischt von Freitag bis
Sonntag zeitweise böig auf, wobei die Windspitzen von der genauen Zugbahn der
Wellen und Fronten abhängen. Ansonsten weht ein mäßiger bis frischer, im
Südwesten im Verlauf eher schwache bis mäßige Wind aus West bis Nordwest.
In der erweiterten Mittelfrist bleibt es dann sommerlich bis hochsommerlich
warm, im Süden bis zur Mitte teils auch heiß mit einem eher geringen Schauer-
und Gewitterrisiko, das jedoch von der finalen Lage der Keilachse, der
Schichtdicke und dem Feuchtegehalt der in den Keil herangeführten Luftmasse
abhängt.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Betrachtet man die letzten 4 Modellläufe von IFS, dann ergibt sich eine zögernde
Anpassung an eine weniger amplifizierte Grundströmung. Dabei erfolgt eingangs
der Mittelfrist (am Mittwoch) eine Trogpassage ostwärts, bevor sich nachfolgend
sukzessive höheres Geopotenzial von Westen in Deutschland durchsetzt. Besonders
über dem Norden und Osten der Republik werden bis weit in die Mittelfrist
(aktuell bis einschließlich Sonntag) Frontpassagen erwartet, die sich jedoch
bezüglich ihrer Wetterwirksamkeit immer weiter abschwächen. Zum kommenden
Wochenende breitet sich von Südwesten sommerliche Wärme nordostwärts aus, wobei
ab Sonntag den Oberrhein entlang auch hier und da Maxima um 30 Grad zu erwarten
sind.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim Blick auf die anderen Globalmodelle ergeben sich für Donnerstag und Freitag
keine gröberen Diskrepanzen. GFS, IFS und UK10 bringen den Trog recht
einheitlich bis Freitag in Richtung Baltikum, nur ICON belässt diesen westlicher
(von Polen bis nach Südosteuropa reichend).
Die nachfolgende Zonalisierung wird zwar von der Mehrheit der Modelle
mitgetragen, fällt jedoch das Wochenende über recht variabel aus, wobei UK10
sehr zyklonal geprägt daherkommt, während GFS schon recht antizyklonal
aufgestellt ist. ICON hingegen möchte davon wenig wissen und spannt einen
kräftigen Keil nach Deutschland auf, was eine raschere Stabilisierung und
Erwärmung von Westen zur Folge hätte.
In der Folge nehmen die Unsicherheiten weiter zu mit über 1000 km zonalem
Unterschied bei der Platzierung der Keilachse zwischen ICON und IFS (Montag
12Z). ICON hat diese östliche Lage der Keilachse nun im jüngsten Lauf neu im
Angebot, doch auch die anderen Modelle glänzen modellintern nicht mit der besten
Konsistenz. Es wird wohl mit weiteren Anpassungen zu rechnen sein bis geklärt
ist, wie die jeweiligen Tröge/Keile jeweils gestützt werden.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt die Mittelfrist gleich einmal mit maximaler
Clusteranzahl, wobei die 6 Cluster auch unterschiedliche klimatologische Regimes
aufweisen (3 Cluster mit positiver NAO gegen 2 blockierende Cluster und einmal
einem Rücken über dem Nordatlantik). Für diesen Vorhersagezeitraum in der
Mittelfrist ergeben sich noch beachtliche Diskrepanzen bei der Frage, wie weit
und mit welcher Amplitude der Trog über Mittel- nach Osteuropa geführt wird und
wie weit polwärts ausgreifend eine blockierende Antizyklone über Südwesteuropa
in die Frontalzone eingreift. Grundsätzlich heben alle Lösungen für Deutschland
einen wechselhaften Einstieg hervor, wobei auch bei einer nordwestlicheren
Ausrichtung der Strömung ein Alpenstau ins Spiel kommen könnte.
Nachfolgend ergeben sich von Freitag bis Sonntag 3 Cluster mit der Dominanz der
Blockierung (erster Cluster auch mit einem Rücken über dem Nordostatlantik, in
dem auch der Kontrolllauf zu finden ist). Hier ist die Fehlerfortpflanzung aus
den Vortagen zu erkennen:
Wird nur wenig Energie in den sich über dem Baltikum einnistenden Trog geführt,
dann kann sich über West- und Mitteleuropa eine umfangreiche blockierende
Antizyklone ausbilden, die aktuell im zweiten Cluster zu finden ist.
Wird mehr Energie nach Osten gebracht, dann kann sich über Ost-/Südosteuropa ein
Trog (später ein umfangreiches Tief) einnisten, was auch für Deutschland von
Interesse wäre mit Blick auf kräftigere Niederschläge. Nur wenige Member stützen
dieses Szenario im 3. Cluster.
Der erste Cluster fährt einen Mittelweg und platziert uns zwischen einem
Atlantikrücken und einem Tief über dem Baltikum im Niemandsland in einer zonal
geprägten westlichen bis nordwestlichen Höhenströmung.
Zum Ende der Mittelfrist nehmen die Unsicherheiten weiter zu, was sich zwar
nicht in der Anzahl der Cluster äußerst (nur zwei), sondern eher in deren recht
konträr berechneten Szenarien. Im ersten Cluster dominiert die Blockierung mit
einem quasi-stationären Keil über Nordwesteuropa. Hier wäre Deutschland peripher
eines umfangreichen Tiefdruckgebietes über Mittel- und Osteuropa zu finden. Im
zweiten Cluster ist der Rossbywellenzug östlicher verschoben und wir würde eher
vom Keileinfluss profitieren. Richtung Ende Juni würde dann die
Blockierungstendenz über Mitteleuropa in beiden Clustern weiter zunehmen.
Innerhalb der Meteogramme zeigt sich, dass der Kontrolllauf von IFS teils
stärker vom IFS-ENS abweicht. Dies wird in Form einer leicht versetzten Phase
des Rossbywellenzuges ersichtlich, der uns im Kontrolllauf etwas mehr in den
Keil und somit unter die Trogvorderseite des Nordatlantiktroges bringt.
Entsprechend liegt der Kontrolllauf bei der Temperatur teils oberhalb des
Interdezilbereichs, was besonders für den Süden und die Mitte gilt. Im Norden
und Osten fällt diese Diskrepanz etwas weniger stark aus. Insgesamt ist aber von
Südwesten eine sukzessive Erwärmung innerhalb aller Meteogramme zu erkennen,
wobei die wechselhafte Witterung nur zögernd abebbt. Die Erwärmung könnte sich
im Nordosten der Republik schwer tun, bei einer möglichen Platzierung östlich
der Keilachse.
Auch innerhalb der Rauchfahnen ergibt sich eine rasch zunehmende und nachhaltige
Streuung der Member, wobei der Kontrolllauf eher am oberen Rand der Memberschar
zu finden ist. Es muss weiterhin festgehalten werden, dass die Numerik noch
große Probleme mit der anstehenden Neuausrichtung hat.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Mittelfrist ist insgesamt eher arm an markanten Wettererscheinungen
aufgestellt, was auch von einem recht inaktiven EFI gestützt wird.
Vielleicht reicht es mit Wellen-/Frontpassagen entlang der Küsten exponiert mal
für die eine oder andere stürmische Bö, was auch der Fall peripher der Gewitter
im Norden und Osten der Republik am Donnerstag sein kann.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy