DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

26-05-2026 11:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 26.05.2026 um 10.30 UTC



Zu Beginn der Mittelfrist Umstellung der Wetterlage und zunehmende
Gewitterneigung
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 02.06.2026


Zu Beginn der Mittelfrist reicht ein Höhenrücken von Spanien über Frankreich und
die Nordsee bis nach Norwegen. Der Rücken schwenkt im Tagesverlauf ostwärts und
reicht am Abend über Deutschland zur Ostsee. Vorderseitig erreicht die 850
hPa-Temperatur 10 bis 15 Grad. Der Rücken wird im Osten flankiert von einem
hochreichenden Tief, das vom Westteil Russlands südwärts zieht, und einem Trog,
der über die Ukraine zum Schwarzen Meer reicht. Ein kleinräumiges Höhentief
liegt nordwestlich von Irland und zieht nach Südnorwegen. Sein Trog reicht zu
den Britischen Inseln, er schwenkt über die Nordsee. Am Boden schwächt sich das
vorherrschende Hoch ab und mündet in einer diffusen gradientschwachen Lage über
Norddeutschland. Dort gibt es eine zonale konvergente Bodenströmung, die vom
Höhenrücken überlaufen wird. In der sich zunehmend labilisierenden Luftmasse
verhindert dieser eine großflächigere Auslösung von Konvektion. Dennoch sind im
Tagesverlauf einzelne stärkere Entwicklungen insbesondere in der West- und
Nordwesthälfte wahrscheinlich.

Am Samstag schwächt sich der Höhenrücken über der Ostsee ab. An seine Stelle
rückt das Höhentief vor, das von Südnorwegen zum südlichen Baltikum zieht. Über
der Nordsee regeneriert sich ein neuer Höhenrücken, der zum Tagesende über
Nordwestdeutschland und Dänemark nach Südnorwegen reicht. Deutschland gelangt an
dessen Nordostflanke. Ein Kurzwellentrog ausgehend vom erwähnten Höhentief
überquert Nordostdeutschland und lässt auf seiner Rückseite kältere Luftmassen
einfließen, dort geht die 850-hPa-Temperatur auf 5 Grad zurück. Sonst bleibt die
Luftmasse schwül und labil. Verbreitet treten starke Gewitter auf, vereinzelt
sind auch schwere Gewitter möglich. CAPE-Werte erreichen teils über 2000 J/kg,
allerdings ist die Scherung nicht besonders stark ausgeprägt. Die näher rückende
Keilachse verhindert im weiteren Tagesverlauf eine großflächige Auslösung.

Am Sonntag liegt die Höhenachse quer über Deutschland und schwenkt im
Tagesverlauf nach Polen. Ein Kurzwellentrog schwenkt von den Britischen Inseln
über die Nordsee und liegt am Abend im Bereich von Nordwestdeutschland. In der
noch immer schwülwarmen und labilen Luftmasse (850-hPa-Temperatur zwischen 10
und 15 Grad) wird erneut ein CAPE mit Werten von teils über 2000 J/kg aufgebaut.
Erneut muss mit Schauern und markanten, teils schweren Gewittern gerechnet
werden. Die Scherung nimmt dabei etwas höhere Werte an verglichen mit dem
Vortag.

Am Montag überquert ein Kurzwellentrog Deutschland und liegt am Abend über
Polen. Rückseitig fließt kältere Luft ein, die 850-hPa-Temperatur geht auf Werte
zwischen 5 Grad im Norden und 10 Grad im Süden zurück. Die labile Luft neigt zu
Schauern und Gewittern, wobei die Wahrscheinlichkeit für schwere Gewitter
signifikant geringer ist als an den Vortagen. Es bestehen allerdings erhebliche
Unsicherheiten. Von den Britischen Inseln schwenkt der nächste Höhenrücken zur
Nordsee. Am Boden nimmt im Westen der Luftdruck zu.

Im weiteren Verlauf schwenkt am Dienstag der Höhenrücken über Deutschland und
nachfolgend rückt der nächste Trog an. Dieser wird wohl am Mittwoch Deutschland
überqueren. Die labile Luftmasse erreicht weiterhin ein 850-hPa-Temperaturniveau
von 5 bis 10 Grad. Zeitweise treten Schauer oder Gewitter auf. Es deutet sich
an, dass der stete Wechsel von Trogdurchgang und Rückenpassage andauern wird,
was einen wechselhaften Witterungsabschnitt zur Folge hat.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis zum Beginn der Mittelfrist ist die Konsistenz des IFS gut. Zum Wochenende
hin ist die Tendenz auch recht klar, wobei es bezüglich der Kurzwellentröge
einige Sprünge gibt. So wird das zwischenzeitliche Höhentief des gestrigen
12-Uhr-Laufs am Sonntag über der Nordsee nur noch in abgeschwächter Form als
Trog simuliert. Dasselbe trifft auf ein zwischenzeitlich simuliertes Höhentief
des gestrigen 0-Uhr-Laufs über den Britischen Inseln am Dienstag zu, der
ebenfalls nun eine n Trog darstellt, allerdings östlicher über der Nordsee.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die grundlegenden Strukturen sind zunächst in allen gängigen Modellen erfasst.
Ab Sonntag zeigen sich markantere Unterschiede. Während ICON und IFS recht
ähnlich ein Höhentief simulieren, das am Samstag von Südnorwegen zum Südbaltikum
zieht, verbleibt dieses bei GFS über Südskandinavien und überquert erst am
Sonntag das Baltikum. Zu Wochenbeginn gibt es größere Unterschiede, wann genau
Rücken und Tröge Deutschland überqueren.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen sind zur Beginn der Mittelfrist mit Ausnahme des Westens stark
gebündelt. Allgemein stellt dieser Tag nochmals einen Temperaturpeak dar. Ab
Samstag gehen die Rauchfahnen deutlich auseinander. Der Kontrolllauf zeigt in
der Nordhälfte bei der Temperatur ein stetiges Auf und Ab mit abnehmender
Temperaturtendenz, im Süden ist auch am Samstag mit einem Temperaturpeak zu
rechnen. Ab Sonntag geht die Temperatur im Süden deutlich zurück. Ab Freitag
zeigen sich überall Niederschlagssignale mit teils breiter Streuung. Auffällig
ist, dass der Kontrolllauf am Dienstag mit Ausnahme des äußersten Südens im
oberen Bereich der Niederschlagssimulation zu finden ist. Die Rauchfahne des
Geopotentials nimmt tendenziell leicht ab, ab Sonntag geht die Streuung stark
auseinander.
Im Mittelfristbereich werden zwischen 120 und 168 Stunden vier Cluster angeboten
mit dem Kontrolllauf in Cluster 1. Dieser simuliert überwiegend das Schema
atlantischer Rücken. Die anderen drei Cluster weisen eine deutlich geringere
Anzahl an Membern auf. Deren Schema variiert von Blocking über atlantischen
Rücken bis positive NAO. Allen gemeinsam ist, dass sie im letzten Zeitschritt
einheitlich das positive NAO-Szenario simulieren. Dieses setzt sich auch unisono
in der erweiterten Mittelfrist durch im Zeitraum von 192 bis 240 Stunden durch,
in dem drei Cluster angeboten werden.

Fazit: Zu Beginn der Mittelfrist dauert im Süden das Hochdruckwetter mit einem
Hitzepeak an. In der Nordhälfte baut sich im Tagesverlauf eine zonale
Tiefdruckrinne auf mit dort zunehmender Gewitterneigung. Diese Zonalisierung
setzt sich am Wochenende fort. Dabei treten immer wieder markante, in
Einzelfällen am Samstag und besonders am Sonntag auch schwere Gewitter auf.
Großflächige Auslösungen werden jedoch durch einen über Deutschland schwenkenden
Höhenrücken behindert. Es gibt jedoch große Unsicherheiten bezüglich des genauen
Ablaufs. Danach geht es mit einer wechselhaften Westwetterlage mit Schauern und
Gewittern weiter. Gegen Ende des Vorhersagezeitraums steigt das Potential für
eine Troglage über Westeuropa.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Freitag nimmt das Risiko für markante Gewitter besonders im Bereich der
Tiefdruckrinne im Norden zu. Am Samstag ist ein solches Risiko mit Ausnahme des
äußersten Nordens und des äußersten Südens überall gegeben, darüber hinaus
besteht ein geringe Wahrscheinlichkeit für einzelne schwere Gewitter. Auch am
Sonntag muss mit einzelnen schweren Gewittern gerechnet werden. Zu Wochenbeginn
treten immer wieder markante Gewitter auf.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, GFS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried