DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

11-05-2026 10:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 11.05.2026 um 10.30 UTC



Wechselhaft, teils regnerisch und kühl.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 18.05.2026


TrM wird quasi in der ganzen Mittelfrist vorherrschend sein. Ein sehr stabiles
Hoch über Nordwestrussland blockiert die Vorstöße des Troges nach Osten zu. Es
bleibt wechselhaft, teils regnerisch mit sinkenden Schneefallgrenzen und es
bleibt eher kühl.

Zu Beginn der Mittelfrist am Donnerstag befindet sich Europa im Einflussbereich
eines umfangreichen und wirklich sehr breiten Langwellentroges mit mehreren
Drehzentren. Dessen Amplitude erstreckt sich von Grönland über der Nordsee bis
nach Südeuropa. Über Nordwestrussland befindet sich dagegen ein stabiles und bis
zum Ende der Mittelfrist blockierendes Hoch. An der Westflanke des Troges werden
kühle Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen bis -2 Grad nach Nordwesteuropa und
auch Nordwestdeutschland geführt. Ein hochreichendes Tief befindet sich anfangs
über der Nordsee, trogt aber im Laufe des Donnerstags weiter nach Süden aus,
wobei die potenziell leicht instabile Luft zu Schauern evtl. auch zu
Kaltluftgewittern neigt. Gleichzeitig nähert sich ein Randtrog ausgehend vom
europäischen Nordmeer Westeuropa an. Über Deutschland fächert dabei der
Druckgradient etwas auf.
In der Nacht zu Freitag gibt es am Alpenrand noch Stauniederschläge, oberhalb
1200 m gibt es Schnee.

Am Freitag greift der westeuropäische Trog auf das westliche Mittelmeer über und
induziert über dem Löwengolf Zyklogenese. Über Deutschland bleibt der
Trogeinfluss und die nördliche Anströmung wetterbestimmend. Es kommt immer
wieder zu schauerartig verstärktem Regen. Es bleibt eher kühl mit Höchstwerten
zwischen 11 und 16 Grad.

Am Samstag tropft der Randtrog über dem Löwengolf ab und verlagert sich in
Richtung Adria. Über Mitteleuropa ändert sich das Wetter kaum. Bodennah setzt
sich war leichter Hochdruckeinfluss durch, in der Höhe bleibt der Trog aber
weiterhin dominant.

Am Sonntag entwickelt sich über dem Nordatlantik ein weiterer Trog, der im Laufe
des Tages auf die britischen Inseln übergreift. Vorderseitig kann ein schwacher
Rücken nach Mitteleuropa vorstoßen und füllt den vorherigen Trog auf. Lange wert
die Ruhe aber nicht, bereits in der Nacht zu Montag soll der neue Trog auf
Mitteleuropa übergreifen.

Am Montag bleibt es dementsprechend wechselhaft und teils regnerisch. Dennoch
kann sich nach dem aktuellen IFS bereits ab Montag das Azorenhoch etwas stärken
und im Laufe der übernächsten Woche auch weiter Raum nach Norden und in Richtung
Mitteleuropa gutmachen. Dabei gelangen aber wieder etwas mildere Luftmassen nach
Deutschland.

FAZIT:
Die kommende Woche gestaltet sich sehr wechselhaft, teils regnerisch und
deutlich kühler als das vergangene Wochenende. Auf den Bergen wird es die eine
oder andere Sturmböe geben und auch einzelne Gewitter mit Sturmböen werden
ebenfalls nicht fehlen.
Ob ab dem nächsten Wochenende das Azorenhoch seine Fühler zu uns ausstrecken
kann und damit das Wetter etwas stabiler und vielleicht milder wird, ist noch
mehr als unsicher.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


TrM bleibt bis zum Ende der Mittelfristzeitraums wetterbestimmend. Jedoch gibt
es Unterschiede bei der Entwicklung von Randtrögen und der genauen
Trogkonfiguration. Klar ist, dass es kommende Woche sehr wechselhaft bleibt und
die Schneefall- bzw. Frostgrenze vor allem nachts auch mal auf unter 1000 m
fällt. In den Weststaulagen der Mittelgebirge evtl. auch der Alpen kann es auch
mal länger anhaltend regnen, oder schneien.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Gro simulieren auch alle betrachteten Globalmodelle TrM bis zum Ende des
Mittelfristbereiches. Jedoch gibt es bei jedem Modell eine jeweils etwas andere
Trogkonfiguration. Ob ab kommender Woche sich wirklich das Azorenhoch stärken
kann, ist ebenfalls sehr ungewiss.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


In den Plumes ist bis zum kommenden Wochenende ein relativ enger Spread im 850
hPa Temperatur und 500 hPa Geopot zu erkennen. Die meisten Member simulieren den
wechselhaften Trogeinfluss über Mitteleuropa. Ab Sonntag geht aber der Spread
deutlich auseinander. Ob sich das Azorenhoch nach Nordosten ausweiten kann ist
aktuell sehr unsicher.

In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt es 4 Cluster im Zeitbereich 120 bis 168 h.
IFS und der Kontrolllauf befinden sich mit insgesamt 16 Membern in Cluster 1.
Insgesamt gibt es in jedem Cluster die Hinweise auf den Trogeinfluss und eine
positive NAO. Dabei gibt es größere Unterschiede bei der Simulation des
blockierenden Hochs über Nordosteuropa und der atlantischen Tröge, die versuchen
dagegen anzukämpfen. Deutschland befindet sich genau dazwischen.

Auch im Zeitbereich 192 bis 240 h bleibt das Blocking über Nordosteuropa
erhalten, fraglich ist, wie weit sich das Azorenhoch zu uns aufmachen kann.
Aktuell sehen 31 Member weiterhin eine zyklonal geprägte Witterung bei uns und
nur 20 (inkl. IFS) ein Ende der wechselhaften Witterung ab übernächster Woche.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Gewitter:
Mit Tagesgang auftretende meist kurze Gewitter mit Sturmböen, schwere Sturmböen
sind gering wahrscheinlich.

Wind:
Immer mal wieder muss auf den Mittelgebirgen, aber auch auf den Alpen mit
Sturmböen aus Nord gerechnet werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher