DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
14-04-2026 12:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 14.04.2026 um 10.30 UTC
Zunehmend leicht unbeständig
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 21.04.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag befinden sich Höhentiefs über dem
Ostseeraum und dem östlich daran anschließenden Osteuropa, die in den
verschiedenen Modellen mit unterschiedlichen Positionen gerechnet werden. Das
östliche der beiden Höhentiefs tropft langsam in Richtung Schwarzes Meer ab, das
westliche verlagert sich von der Ostsee nordwestwärts nach Mittelskandinavien.
Von Nordwestafrika erstreckt sich ein Rücken nach Mitteleuropa. Während nach
ICON die Achse Deutschland schon überquert hat und der Rücken zum Baltikum
zeigt, verläuft nach IFS der Rücken zur Nordsee und überquert Deutschland erst
im Tagesverlauf. Ein hochreichendes Tief dringt vom Atlantik in das Seegebiet
nordwestlich von Schottland vor. Trogvorderseitig gelangen feuchtere Luftmassen
in den Nordwesten Deutschlands. Damit wird der hohe Luftdruck über Deutschland
durch einzelne kurzwellige Anteile bei niedrigen einstelligen 850
hPa-Temperaturen gestört. Insgesamt ist es bewölkt, einzelne Schauer sind gering
wahrscheinlich, im Nordwesten nimmt das Niederschlagsrisiko zu.
Am Samstag schwächt sich das Tief bei Schottland auf dem Weg ins Europäische
Nordmeer allmählich ab und degeneriert nach dem aktuellsten IFS-Lauf in der Höhe
zu einem Trog. Vorderseitig verstärkt sich der Höhenrücken und weitet sich
nordostwärts aus. Seine Achse verläuft über Mitteleuropa in den Ostseeraum,
wobei er bei ICON etwas östlicher als bei IFS simuliert wird, sie verlagert sich
weiter ostwärts. Der okkludierte Ausläufer des Bodentiefs zwischen Schottland
und Island erreicht den Nordwesten Deutschlands, kommt aber aufgrund seiner
zunehmend strömungsparallelen Lage nur langsam weiter ostwärts voran und
schwächt sich allmählich unter Hochdruckeinfluss ab. Auf dessen Vorderseite wird
etwas mildere Luft in den Süden Deutschlands geführt mit 8 Grad Celsius in 850
hPa, im Nordosten liegt weiterhin kältere bei einer 850 hPa-Temperatur von 2
Grad. Es ist wechselhaft, wobei tagsüber die Schauerneigung signifikant zunimmt.
Einige Gewitter mit Starkregen sind präfrontal oder an der okkludierten Front
gering wahrscheinlich.
Am Sonntag schwächt sich nach IFS die Achse des Höhenrückens über Polen ab, da
sich aus dem von Nordwesten nach Deutschland hereinschwenkenden Höhentrog über
Norddeutschland ein Höhentief bildet. Dieses zieht im Tagesverlauf südostwärts.
Vom Seegebiet nördlich von Schottland rückt ein neues Höhentief in den Nordteil
der Nordsee vor. Westlich davon baut sich von Nordwestafrika her ein neuer
Höhenrücken auf. Auch ICON simuliert am Sonntag ein ausgeprägtes Höhentief mit
mehreren Kernen vom Südteil der Norwegischen See bis Nordwestdeutschland. Die
Achse des westlich davon liegenden Höhenrückens ist weiter westlich simuliert
als bei IFS. GFS dagegen berechnet ein umfangreiches Höhentief über dem Südteil
der Nordsee. Der aktuellste IFS-Lauf lässt sowohl Trog als auch Höhentief über
Deutschland schneller ostwärts verlagern als die alten Läufe davor, was eine
Wetterberuhigung in der Westhälfte darstellt, was auch ein von den Britischen
Inseln in den Westteil der Nordsee verlagerndes Hoch am Boden unterstützt.
Gleichzeigt sickert aus Nordwesten kältere Luft nach Deutschland ein, die 850
hPa-Temperatur geht auf 2 Grad in Süd- und -2 Grad in Norddeutschland zurück.
Am Montag bildet sich ein Höhenhoch über Skandinavien. Deutschland verbleibt
nach ICON im Bereich einer Tiefdruckrinne in höheren Schichten, die von der
Nordsee in den Westen Polens reicht. Nach GFS verlagert sich ein umfangreiches
Höhentief vom Südteil der Nordsee nach Westdeutschland. Nach dem aktuellsten
IFS-Lauf verlagert sich ein Höhentief aus dem Nordteil der Nordsee über Dänemark
nach Westpolen. In allen Modellen wird ein Höhenrücken gerechnet, der von
Nordafrika zu den Britischen Inseln reicht. Am Boden reicht zunächst eine
Tiefdruckrinne vom Skagerrak in den Ostteil Deutschlands, die in ihrem Südteil
nach Westpolen schwenkt, jedoch feuchte Luftmassen in die Osthälfte führt, die
dort für leicht unbeständiges Wetter sorgen wird. Das Hoch am Boden verlagert
seinen Schwerpunkt in den Südteil der Norwegischen See. Aus Nordwesten dringen
weiter kältere Luftmassen nach Deutschland. Die Spanne der 850 hPa-Temperatur
reicht von -8 Grad im Nordosten bis 4 Grad im Südwesten.
Am Dienstag verbleibt Deutschland nach GFS und ICON in der Höhe in tiefem
Geopotential mit unterschiedlich gerechneten Schwerpunkten. Der aktuellste
IFS-Lauf simuliert ein umfangreiches Höhentief, das seinen Schwerpunkt von
Westpolen südostwärts nach Ungarn verlagert mit einem Trog, der von
Nordwestdeutschland zu den Alpen schwenkt. Ein Höhentief dringt von Island
kommend Richtung Irland vor und drückt den Höhenrücken in die keltische See. Das
skandinavische Höhenhoch verlagert seinen Schwerpunkt nach ICON und IFS in den
Südteil Skandinaviens, während GFS das Höhenhoch etwas nördlicher rechnet. Am
Boden schwächt sich das Hoch über der Nordsee ab, weitet jedoch seinen Einfluss
auf Deutschland aus. Bedingt durch das ostwärts sitzende Höhentief bleibt es
jedoch leicht unbeständig. Die 850 hPa-Temperatur erreicht nur im äußersten
Süden leicht positive Werte, im Nordosten liegt sie bei -8 Grad.
In der erweiterten Mittelfrist von Mittwoch bis Freitag zieht das Höhentief
von Ungarn über die Adria und Griechenland Richtung Westteil Schwarzes Meer. Das
südskandinavische Höhenhoch degeneriert zu einem Rücken, der über Deutschland
südwärts schwenkt. Von Norden deutet sich ein Vorrücken eines umfangreichen
Höhentiefs an. Das Höhentief bei den Britischen Inseln zieht nach Westen auf den
Atlantik raus. Nachfolgend verbindet sich westlich der Britischen Inseln die
Achsen von Höhenrücken aus Nordafrika mit der eines Höhenhochs westlich von
Island. Am Boden löst sich das Hoch über der Nordsee auf. Tiefdruckgebiete
dringen von der Norwegischen See nach Skandinavien vor. Eine wechselhafte und
kühlere Wetterphase wird wahrscheinlicher.
FAZIT: Das störungsarme frühlingshafte Wetter findet zu Beginn der Mittelfrist
sein Ende. Am Wochenende überquert eine okkludierende Kaltfront von der Nordsee
kommend die Bundesrepublik und sorgt für Schauer sowie einzelnen präfrontalen
sowie frontalen Gewittern. Ab Sonntag deutet sich in der Westhälfte eine
Wetterberuhigung an, während der Osten noch von Störungen eines Höhentiefs über
Ostmitteleuropa beeinflusst wird. In der Höhe sickern kältere Luftmassen nach
Deutschland ein. In der kommenden Woche deutet sich ein Sonne-Wolken-Mix mit
ansteigendem Risiko für unbeständiges Wetter ab der Wochenmitte an.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen IFS-Laufs ist zu Beginn der Mittelfrist recht gut.
Im Vergleich zu den gestrigen 12- und 00-UTC-Läufen verstärkt sich das tiefe
Geopotential über Südskandinavien etwas, dabei wird ein kleines Höhentief neu
gerechnet, das von Südnorwegen nach Polen zieht. Damit schwächt sich der
Höhenrücken, der über Deutschland nordostwärts reicht, etwas ab. Zum Samstag
gibt es größere Änderungen: Der Trog von den Britischen Inseln rückt schneller
vor als die gestrigen Läufe das gerechnet haben. Zum Sonntag bildet sich ein
neues Höhentief nun über Norddeutschland und nicht über der westlichen Nordsee
wie im gestrigen 12-Uhr-Lauf. Damit geht das Höhentief in der Folge über Polen
und damit deutlich weiter ostwärts Richtung Südosten. Der nachfolgende
Höhenrücken ist über Spanien und Frankreich breiter aufgestellt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen sind schon im Abschnitt
Synoptische Entwicklung dargelegt. Größere Unterschiede zeigen sich ab Sonntag.
Das GFS berechnet ein umfangreiches Höhentief über der Nordsee, das nachfolgend
über Deutschland bis Dienstag nach Tschechien zieht. IFS und ICON sehen das
Höhentief weiter östlich. Bei ICON dringt zu Wochenbeginn ein neues Höhentief
über der Nordsee, das nachfolgend zu den Niederlanden zieht. In abgeschwächter
Variante ist bei GFS das in einer Tiefdruckrinne abgebildet.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Bis einschließlich Freitag (t+72 bis t+96h) werden 5 verschiedene Cluster
angeboten. Bei allen ist der Höhenrücken über Mitteleuropa mehr oder weniger gut
ausgeprägt und Störungen in Form etwaiger Höhentiefs
werden unterschiedlich verortet und betont. Aufgrund der großen Unsicherheiten
wird ab Samstag (t+120h bis t+168 h) lediglich ein einziges Cluster. Ab Dienstag
(t+192 h) werden zwei Cluster angeboten. Insgesamt dominiert mit Ausnahme der
letzten beiden Zeitabschnitte der Clusteranalyse hinweg das klimatologische
Regime "Blocking", was auf den hohen Luftdruck über Nordosteuropa zurückzuführen
ist. Lediglich für Mittwoch und Donnerstag zeigt eines von zwei Clustern auch
das klimatologische Regime "atlantischer Rücken" mit der Dominanz hohen
Luftdrucks von Grönland bis westlich der Britischen Inseln. Hier zeigen sich
gewisse Unterschiede in der Modelllösung.
Auch die Rauchfahnen zeigen die erwähnten Unsicherheiten. Lediglich zu Beginn
der Mittelfrist am Freitag ist die Breite der Streuung nicht allzu groß. Ab
Freitag nimmt die Streuung der Temperatur zu. Der Kontrolllauf liegt tendenziell
im unteren Drittel der Verteilung. Es besteht also noch die Möglichkeit, dass
wir dort wärmer in die Mittelfrist starten. Auch was das Geopotential angeht,
scheint der Kontrolllauf mit Ausnahme des Nordens und des Nordostens
vorübergehend etwas höher auszufallen als das Mittel der Verteilung. Auffällig
ist, dass in Norddeutschland der Kontrolllauf beim Niederschlag für Samstag und
Sonntag hohe Werte annimmt und deutlich über dem Mittel der Verteilung liegt.
In der erweiterten Mittelfrist liegen die Temperatur und das Geopotential des
Kontrolllaufs im unteren Drittel der Verteilung. Beim Niederschlag zeigt sich
bei der Verteilung ein Grundrauschen mit ansteigendem Niederschlagspotential zur
Wochenmitte.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Auf der Vorderseite eines nach Mitteleuropa schwenkenden Trogs werden bereits am
Samstag Westen und Nordwesten einzelne Gewitter simuliert, am
Sonntag allenfalls im Alpenbereich, am Montag im Nordwesten. Diese hätten in der
Folge etwas Dynamik und könnten mit Starkregen bis 20 l/qm und stürmischen Böen
einhergehen wahrscheinlich. Die genaue Entwicklung bleibt aber erst einmal
abzuwarten.
Der EFI liefert keine signifikanten Signale.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, ICON, GFS, MOS-MIX
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried