Thema des Tages
27-03-2026 13:50
Wetter aktuell
Was ist das für ein Theater?!
Das heutige Thema des Tages sei zunächst einmal der darstellenden
Kunst gewidmet, dem Theater. Daneben finden sich ein kurzer
Wetterrückblick und die Aussichten für die kommenden Tage.
Am heutigen Freitag ist der "Welttag des Theaters". Dieser wurde 1961
vom Internationalen Theaterinstitut (ITI) ins Leben gerufen. Hierbei
handelt es sich um ein weltumspannendes Netzwerk, das seit 1948 unter
dem Schirm der UNESCO dem Austausch aller Theaterschaffenden dient.
Der Sitz des ITI-Generalsekretariats befindet sich in Paris.
Der Begriff "Theater" stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet
Schaustätte oder anschauen. Das Wort selbst hat dabei verschiedene
Assoziationen: Es kann sowohl das Gebäude als auch eine Gruppe von
Menschen, die sich der darstellenden Kunst widmet, gemeint sein.
Natürlich ist zudem der Prozess des Theaterspielens damit verbunden.
Meist bezeichnet "Theater" eine szenische Darstellung, bei der die
Akteure untereinander sowie mit dem Publikum in Kommunikation treten
und dabei äußere Begebenheiten und innere Befindlichkeiten darlegen.
Der Ausruf "Was ist das für ein Theater?!" beschreibt im Grunde
theatralisches Verhalten beispielsweise in Form einer übertriebenen
und damit künstlich wirkenden Aufregung. Es kann sich aber auch um
eine schwierige oder unübersichtliche Situation handeln, in dem
dieser Ausruf getätigt wird.
Manche Theaterstücke beinhalten ebenfalls chaotische Zustände oder
sprunghafte Figuren. Beim Wetter scheint es sich momentan ähnlich zu
verhalten. Vor wenigen Tagen und Wochen präsentierte sich das Wetter
noch häufiger von seiner frühlingshaften Seite. Manche Tage waren von
viel Sonnenschein und sehr milden Temperaturen geprägt. Dass wir uns
noch im Monat März befinden, zeigte sich wiederum in den frostigen
Nächten. Zudem traten in den Alpen hin und wieder Schneefälle auf und
sorgten so für einen vorübergehenden Wintergruß.
Das Wetter in den vergangenen beiden Tagen präsentierte sich hingegen
eher von seiner launischen Seite und hatte etwas von wechselhaftem
Aprilwetter, was eben auch zum Frühling dazugehört.
Die Hauptrolle im ersten Akt spielte dabei am vergangenen Mittwoch
das Tief MARLIS, dessen Kaltfront Deutschland von Nordwest nach
Südost überquerte und dabei maritime Polarluft im Gepäck hatte.
Präfrontal und an der Front selbst wehte ein lebhafter und in Böen
teils stürmischer Südwestwind. An der Küste sowie auf den Bergen (vor
allem Brocken und Feldberg/Schwarzwald) waren auch schwere Sturmböen
und orkanartige Böen vertreten.
Postfrontal setzte wechselhaftes Schauerwetter ein. Im Westen und
Nordwesten, vereinzelt aber auch in anderen Landesteilen, traten hin
und wieder Graupelgewitter auf. Vor allem in den Mittelgebirgen
fielen die Niederschläge zeitweise als Schnee. Durch die
nordwestliche bis nördliche Anströmung stauten sich die Schneefälle
an den Alpen. Innerhalb von 24 Stunden fielen 15 bis 25 Zentimeter
Neuschnee, in Staulagen kamen bis zu 40 Zentimeter zusammen. Diese
Schneefälle hielten teilweise, wenn auch inzwischen in abgeschwächter
Form, bis zum heutigen Freitagvormittag an.
Nach turbulenten zwei Tagen voller Spannung und Abwechslung beim
Wetter beschert uns das Hoch OTTO am heutigen Freitag eine
vorübergehende Wetterberuhigung. Schließlich gibt es auch bei vielen
Theateraufführungen eine "Verschnaufpause". Dazu präsentiert sich das
Himmelsbild teils heiter, teils wolkig und die Höchsttemperaturen
liegen verbreitet zwischen 4 und 11 Grad, nur an den Alpen und auf
den Bergen ist es etwas kühler.
Bereits zum Abend leitet von Nordwesten her ein neuer Tiefausläufer
den nächsten Akt ein und übernimmt zunehmend die Regie über unser
Wettergeschehen. Zunächst einmal zieht ein Vorhang aus dichter
Bewölkung in die Nordwesthälfte Deutschlands, bevor in der Nacht zum
Samstag dann auch Regen einsetzt, der in den Hochlagen der westlichen
Mittelgebirge teils als Schnee fällt. Durch die Wolken bleibt es im
Nordwesten und Westen meist frostfrei, ansonsten wird es frostig. Im
Süden ist gebietsweise mit mäßigem Frost zwischen -5 und -8 Grad zu
rechnen.
Am morgigen Samstag sorgt der Tiefausläufer in weiten Teilen des
Landes für "tränenreiches" Wetter. Dichte Bewölkung, dazu zeitweilige
Regenfälle oder wiederholte Schauer, vereinzelt auch Gewitter, im
höheren Bergland mitunter Schneefall - dies verspricht, ein trister
Akt zu werden. Teilweise werden nur mittlere einstellige
Höchsttemperaturen erreicht. Es spricht also vieles dafür, sich einen
gemütlichen Tag daheim zu gönnen oder eben ins Theater zu gehen.
Anders sieht es hingegen im Südosten aus, dort kommen die
Niederschläge nämlich erst in der Nacht zum Sonntag an. Bei teilweise
längerem Sonnenschein sind dort Höchsttemperaturen von bis zu 12 Grad
zu erwarten. Ab dem Mittag ist es auch rückseitig des Tiefausläufers,
also rund um die Nordsee, zunehmend trocken und die Sonne schaut hin
und wieder durch den Wolkenvorhang.
Im darauffolgenden Akt "Wetter am Sonntag" ändern sich die
Hauptschauplätze. Im Südosten verbleiben die Temperaturwerte unter
der 10-Grad-Marke und bei vielen Wolken treten leichte Niederschläge
auf, die an den Alpen als Schnee fallen. Ansonsten klettern die
Temperaturen meist auf Werte zwischen 10 und 13 Grad. Im Tagesverlauf
bilden sich zunehmend Quellwolken, dennoch kann sich die Sonne auch
länger zeigen. Einzelne Schauer können aber nicht gänzlich
ausgeschlossen werden.
Zum Finale der Kurzfristvorhersage zieht zum Sonntagabend von
Nordwesten her bereits der nächste Tiefausläufer mit neuen
Niederschlägen auf. Damit geht eine zunehmende Windauffrischung
einher. Die Niederschläge erfassen bis Montagmittag das gesamte
Vorhersagegebiet. Bei wiederholten Schauern oder einzelnen
Graupelgewittern, gebietsweise aber auch andauernden Regenfällen,
wird womöglich das Ende der Aufführung schon herbeigesehnt. Besonders
im Bergland sind zudem Schneeregen- oder Schneeschauer
wahrscheinlich. Dazu weht ein böiger Nordwest- bis Westwind - kurzum:
Ein spannendes und abwechslungsreiches Finale.
M.Sc. Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.03.2026
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